Anatomie-Atlas
Der Körper in 3D
Drehen, zoomen, Schichten abtragen: Tausende Muskeln, Knochen, Bänder, Nerven und Organe zum Anklicken. Dazu, was das für Ihre Beschwerden heißt und welches Gerät in unserem Trainingsraum welchen Muskel stärkt.
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Hier passt die Haltung nicht genau genug, daher nur das Foto. Die Muskeln sehen Sie im Modell daneben.
Ein Lernmodell, kein Befund: Jeder Körper ist ein bisschen anders gebaut. Schmerzen erklärt eine Untersuchung, kein Bild.
Wo tut es weh?
Ihr Wegweiser in drei Fragen
Tippen Sie auf die Stelle, beantworten Sie zwei bis drei kurze Fragen, und Sie sehen, welche Krankheitsbilder häufig dazu passen, jeweils erklärt im 3D-Modell. Eine Diagnose ersetzt das nicht, aber Sie wissen danach, worauf wir in der Untersuchung schauen.
Tippen Sie auf die Stelle, die weh tut
Oder wählen Sie hier:
Das ist keine Diagnose. Sie sehen, was häufig zu solchen Beschwerden passt. Was es bei Ihnen ist, klärt die Untersuchung, bei uns oder ärztlich.
Häufig bei uns
Die häufigsten Beschwerden in unserer Praxis
Sortiert danach, weshalb Patientinnen und Patienten am häufigsten mit Rezept zu uns kommen. Ein Klick zeigt im Modell, welche Strukturen beteiligt sind und welche Geräte wir dafür nutzen.
Kreuzschmerz und Ischias
Meist ist nichts kaputt. Muskeln, Gelenke und Nerven der Lendenwirbelsäule sind gereizt, das Nervensystem ist auf Alarm. Bewegung im erträglichen Bereich und dann Kraft sind der Weg raus. Zieht der Schmerz ins Bein, ist oft eine Nervenwurzel beteiligt.
WissensartikelGangunsicherheit und Sturz
Wer sicher gehen will, braucht Kraft in Hüfte, Oberschenkel und Wade und ein geübtes Gleichgewicht. Beides lässt sich in jedem Alter trainieren, auch mit über 80.
WissensartikelBandscheibe und Wirbelsäule
Bandscheibenvorfälle bilden sich oft von selbst zurück, die meisten brauchen keine Operation. Im MRT sieht man Vorwölbungen auch bei vielen Menschen ohne Schmerzen. Entscheidend ist, was Sie können, nicht das Bild.
WissensartikelNacken und Arm
Der steife Nacken kommt selten aus einem einzelnen Muskel. Kraft für Nacken und Schultergürtel hilft auf Dauer besser als Massage allein. Strahlt es in den Arm, ist oft eine Nervenwurzel an der Halswirbelsäule gereizt.
WissensartikelSchulter: Impingement und Rotatorenmanschette
Der Arm tut beim Heben weh, nachts liegt man schlecht auf der Seite. Die Sehnen der Rotatorenmanschette werden mit den Jahren bei vielen dünner, oft ohne Beschwerden. Schulter-Übungen mit steigender Last helfen so gut wie eine Operation, bei den meisten ohne Eingriff.
WissensartikelKnie: Arthrose und Meniskus
Training verschlimmert Arthrose nicht, es ist die wirksamste Behandlung, die es gibt. Ein kräftiger Quadrizeps entlastet das Knie bei jeder Treppenstufe.
WissensartikelLymphödem und Schwellung
Staut sich Lymphe, schwillt das Gewebe. Lymphdrainage schiebt sie von der Körpermitte aus Richtung Venenwinkel ab, Kompression hält das Ergebnis, Bewegung pumpt mit. Auch Krafttraining ist bei Lymphödem sicher und hilft.
WissensartikelNach Operation und Gelenkersatz
Nach einer Operation fehlt zuerst Kraft. Der Muskel um das operierte Gelenk baut in wenigen Wochen deutlich ab. Je früher dosiert trainiert wird, desto schneller kommt der Alltag zurück, natürlich im Rahmen der Vorgaben aus der Klinik.
WissensartikelWas habe ich?
Krankheitsbilder verständlich erklärt
Von der Supraspinatussehne bis zur Gelenklippe: Was die Struktur ist, was dabei passiert, was wir bei uns untersuchen und was hilft, Schritt für Schritt im 3D-Modell. Sie können auch oben im Atlas danach suchen, zum Beispiel nach „Labrum“ oder „Kalkschulter“.
Schulter 11 Themen
Schulter: Sehnenreizung und Riss der Rotatorenmanschette
Schmerz beim Armheben, nachts auf der Seite
Sie kennen das vielleicht: Jacke anziehen, Arm nach hinten, und plötzlich sticht es in der Schulter. Schauen wir hinein. Der grüne Muskel oben auf dem Schulterblatt ist der Obergrätenmuskel. Seine Sehne zieht unter dem knöchernen Schulterdach hindurch bis zum Oberarmkopf. Der Platz dort ist knapp. Das ist normal, bei gesunden Schultern genauso. Jedes Mal, wenn Sie den Arm heben, gleitet sie dort entlang. Ein kleiner Schleimbeutel sorgt dafür, dass das reibungslos klappt. Gleich sehen Sie, was passiert, wenn ihr das zu viel wird.
Ganze Erklärung lesenAusgekugelte Schulter und Instabilität (Schulterluxation)
Die Schulter springt heraus oder fühlt sich locker an
Ein Sturz beim Skifahren, ein Griff ins Trikot beim Handball, und der Arm hängt seltsam. Die Schulter ist ausgekugelt. Wie kann das so leicht passieren? Den Oberarmknochen habe ich durchsichtig gemacht. Der Oberarmkopf ist groß, die Pfanne klein und flach, wie ein Ball auf einem Teller. Das macht die Schulter so beweglich wie kein anderes Gelenk. Halt geben ihr die Gelenklippe am Pfannenrand, die Kapsel mit ihren Bändern und die Muskeln der Rotatorenmanschette. Das wichtigste Band liegt unten vorn. Es spannt sich, wenn der Arm zur Seite und nach außen geht, also genau in der Wurfposition.
Ganze Erklärung lesenKalkschulter (Tendinosis calcarea)
Kalkdepot in der Sehne, manchmal plötzlich heftiger Schmerz
Im Röntgenbild ein weißer Fleck in der Schulter, und der Befund sagt: Kalkschulter. Kalk wie im Wasserkocher? Nicht ganz. Schauen wir hinein. Hier oben liegt der Obergrätenmuskel. Seine Sehne zieht unter dem Schulterdach zum Oberarmkopf. In dieser Sehne sitzt das Kalkdepot meistens, kurz vor ihrem Ansatz am Knochen. Es ist kein gewöhnlicher Verschleiß. Lebende Sehnenzellen lagern selbst Kalkkristalle ein, warum, weiß man bis heute nicht genau. Es trifft vor allem Menschen zwischen dreißig und sechzig, Frauen etwas häufiger. Und viele tragen so ein Depot, ohne es je zu merken.
Ganze Erklärung lesenLabrum-Einriss der Schulter (SLAP, Bankart)
Klicken, Wegrutschgefühl, Schmerz bei Überkopf
Labrum, das klingt nach Lateinunterricht, heißt aber einfach Lippe. Den Oberarmkopf habe ich durchsichtig gemacht, damit Sie in die Pfanne schauen können. Die Schulterpfanne ist erstaunlich flach, eher ein Teller als eine Tasse. Rundherum sitzt ein Ring aus festem Faserknorpel: die Gelenklippe, das Labrum. Sie macht die Pfanne etwa doppelt so tief und hält den Oberarmkopf wie ein Gummiring am Rand. Außerdem ist sie ein Anker. Vorn unten hängen die Kapselbänder daran, oben die lange Bizepssehne. Reißt die Lippe, dann meist an einer dieser beiden Stellen.
Ganze Erklärung lesenLange Bizepssehne: Reizung und Riss (Popeye)
Schmerz vorn an der Schulter, nach einem Riss eine Beule am Oberarm
Ihr Bizeps hat zwei Köpfe, daher der Name Zweiköpfiger Oberarmmuskel. Der kurze Kopf setzt vorn am Rabenschnabelfortsatz an. Der lange macht etwas Ungewöhnliches. Seine Sehne beginnt oben am Pfannenrand, am Bizepsanker. Sie läuft quer durch das Schultergelenk über den Oberarmkopf und biegt dann in eine Knochenrinne vorn am Oberarm ab. In der Rinne liegt sie in einer Sehnenscheide. Ein Band darüber und die obersten Fasern des Unterschulterblattmuskels halten sie fest. Eine enge Kurve mit viel Reibung, und genau dort gibt es am häufigsten Ärger.
Ganze Erklärung lesenRiss der Infraspinatus- und Teres-minor-Sehne (hintere Manschette)
Schwäche beim Drehen nach außen, der Arm fällt nach innen
Zähne putzen, Haare kämmen, eine Tür aufschieben: Ständig drehen Sie den Oberarm nach außen, ohne darüber nachzudenken. Wir schauen von hinten auf Ihr rechtes Schulterblatt. Unter der Knochenkante liegt der Infraspinatus, der Untergrätenmuskel. Direkt darunter sein kleiner Nachbar, der Teres minor oder kleine Rundmuskel. Beide ziehen zum Oberarmkopf und setzen hinten am selben Knochenhöcker an wie der Obergrätenmuskel. Zusammen sind sie die wichtigsten Außendreher der Schulter. Beim Heben ziehen sie den Oberarmkopf nach hinten unten in die Pfanne, als Gegenspieler zum großen Deltamuskel. Reißt hier etwas, merken Sie es vor allem an einer Bewegung.
Ganze Erklärung lesenRiss der Subscapularis-Sehne (Unterschulterblattmuskel)
Schmerz vorn, Schwäche beim Drehen nach innen, oft mit der Bizepssehne
Hand in die hintere Hosentasche, eine schwere Tür zu sich heranziehen: Dafür brauchen Sie einen Muskel, von dem kaum jemand gehört hat. Wir schauen von vorn auf Ihre rechte Schulter. Der Subscapularis, der Unterschulterblattmuskel, liegt auf der Innenseite des Schulterblatts, zwischen Schulterblatt und Rippen. Seine Sehne zieht vorn am Gelenk vorbei zu einem kleinen Höcker vorn am Oberarmkopf. Er ist der größte Muskel der Rotatorenmanschette, ungefähr so kräftig wie die anderen drei zusammen. Er dreht den Arm nach innen und hält den Oberarmkopf von vorn in der Pfanne. Und er hat einen Nachbarn, auf den er aufpasst. Gleich mehr dazu.
Ganze Erklärung lesenRiss der Supraspinatussehne (Obergrätenmuskel)
Schmerz und Schwäche beim Armheben, Nächte auf der Seite
Sie kennen das vielleicht: Im MRT-Befund steht Supraspinatus-Ruptur, und plötzlich klingt die Schulter kaputt. Schauen wir erst, was da eigentlich gerissen sein soll. Der Supraspinatus, auf Deutsch Obergrätenmuskel, liegt oben auf dem Schulterblatt, in einer Mulde über der Knochenkante. Seine Sehne zieht unter dem Schulterdach hindurch und setzt oben am Oberarmkopf an, an einem kleinen Knochenhöcker. Er ist einer von vier Muskeln der Rotatorenmanschette. So heißt die Sehnenkappe, die den Oberarmkopf wie eine Hand umfasst. Er hilft beim seitlichen Heben und hält den Kopf dabei mittig in der flachen Pfanne. Und seine Sehne reißt von allen am häufigsten.
Ganze Erklärung lesenSchulterarthrose (Omarthrose)
Steif, knirschend, Schmerz bei Bewegung und nachts
Die Schulter knirscht, morgens ist sie steif, und der Arzt sagt: Arthrose. Schulterarthrose? Kennen viele gar nicht. Schauen wir von vorn ins Gelenk. Der Oberarmkopf ist eine Kugel, die Schulterpfanne ein kleiner, flacher Teller am Schulterblatt. Beide sind mit glattem Knorpel überzogen, dazwischen gleitet alles fast ohne Reibung. Knorpel hat keine Blutgefäße. Er lebt von Bewegung, wie ein Schwamm, der ausgedrückt wird und sich wieder vollsaugt. Merken Sie sich das, es wird gleich wichtig.
Ganze Erklärung lesenSchultereckgelenk (AC-Gelenk): Sprengung und Arthrose
Schmerz oben auf der Schulter, nach Sturz oder beim Arm quer vor der Brust
Tasten Sie mal oben auf Ihre Schulter, am äußeren Ende des Schlüsselbeins. Da ist eine kleine Stufe. Genau dort sitzt das Schultereckgelenk, kurz AC-Gelenk. Es verbindet das Schlüsselbein mit dem Schulterdach, einem Knochenfortsatz des Schulterblatts. Ein kleines Gelenk mit Kapsel und einer winzigen Scheibe aus Knorpel dazwischen. Festgehalten wird es von zwei Bandgruppen: vom Kapselband direkt am Gelenk und von zwei kräftigen Bändern weiter innen, die das Schlüsselbein am Rabenschnabelfortsatz nach unten halten. Wie viele davon reißen, entscheidet alles Weitere.
Ganze Erklärung lesenSchultersteife (Frozen Shoulder, Kapsulitis)
Erst Schmerz, dann steif, besonders beim Drehen nach außen
Erst tut die Schulter weh, Wochen später kommen Sie nicht mehr an die Gesäßtasche, und der Gurt im Auto wird zum Gegner. Was ist da los? Den Oberarmknochen habe ich durchsichtig gemacht. Um das Schultergelenk liegt die Gelenkkapsel, ein Sack aus festem Bindegewebe, verstärkt von Bändern. Unten hängt sie in einer Falte durch. Diese Reserve braucht die Schulter, damit der Arm ganz nach oben und weit nach außen drehen kann. Kein anderes Gelenk bewegt sich so frei wie die Schulter. Dafür braucht sie eine weite, weiche Kapsel. Und genau dort setzt die Schultersteife an.
Ganze Erklärung lesenRücken und Nacken 12 Themen
Bandscheibenvorfall und Ischias (L5/S1)
Schmerz zieht ins Bein
Bandscheibenvorfall. Allein das Wort macht vielen Angst. Gleich sehen Sie, warum das meistens nicht nötig ist. Wir sind unten im Rücken, zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem Kreuzbein. Die Knochen habe ich durchsichtig gemacht. Grün sehen Sie die Bandscheiben: außen ein fester Faserring, innen ein weicher, wasserreicher Kern. Ein Puffer, der den Druck verteilt, bei jedem Schritt und jedem Bücken. Direkt dahinter verlassen die Nervenwurzeln den Wirbelkanal. Merken Sie sich diese Stelle, die wird gleich wichtig.
Ganze Erklärung lesenNacken: Warum der Schmerz in den Arm zieht
Ausstrahlung in den Arm: Nervenwurzel, Gelenk, Schulter, Engstelle oder Herz?
Der Schmerz sitzt im Arm, manchmal bis in die Finger, aber das Problem liegt ganz woanders? Gehen wir auf Spurensuche. Die Halswirbel habe ich durchsichtig gemacht. Zwischen den Halswirbeln liegen kleine Bandscheiben. Dahinter und seitlich treten durch kleine Knochenlöcher die Nervenwurzeln aus, auf jeder Seite eine pro Etage. Aus den unteren Wurzeln entsteht das Armnervengeflecht. Daraus werden die großen Nerven für den Arm: der Mittelnerv, der Speichennerv und der Ellennerv. Jede Wurzel hat ihr eigenes Gebiet. Grob gesagt: C sechs die Daumenseite, C sieben den Mittelfinger, C acht den kleinen Finger. Die Grenzen sind bei jedem etwas anders. Schmerz im Arm kann aus ganz verschiedenen Ecken kommen. Gehen wir die Verdächtigen der Reihe nach durch.
Ganze Erklärung lesenRücken: Warum der Schmerz ins Bein zieht
Ausstrahlung ins Bein: Nerv, Gelenk, Hüfte oder Gefäß?
Der Schmerz sitzt im Bein, aber das Problem ganz woanders? Klingt verrückt, passiert aber ständig. Gehen wir auf Spurensuche. So ist Ihr Bein an den Rücken angeschlossen: Unten aus Lendenwirbelsäule und Kreuzbein treten die Nervenwurzeln aus. Die unteren, ab L vier abwärts, bilden hinten den Ischiasnerv, den dicksten Nerv des Körpers. Er läuft hinten am Oberschenkel hinunter und teilt sich über der Kniekehle in zwei Äste für Unterschenkel und Fuß. Vorn läuft der Oberschenkelnerv, aus den Wurzeln L zwei bis L vier. Er versorgt die Vorderseite des Oberschenkels. Schmerz im Bein kann aus ganz verschiedenen Ecken kommen. Gehen wir die Verdächtigen der Reihe nach durch.
Ganze Erklärung lesenBandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (zervikale Radikulopathie)
Schmerz zieht vom Nacken in den Arm, Kribbeln in den Fingern
Der Nacken tut weh, aber viel schlimmer ist der Arm: Er brennt, kribbelt bis in die Finger, nachts finden Sie keine Position. Was hat der Hals mit Ihrer Hand zu tun? Die Halswirbel habe ich durchsichtig gemacht. Zwischen den Halswirbeln liegen kleine Bandscheiben, wieder mit festem Faserring und weichem Kern. Direkt dahinter und seitlich treten durch kleine Knochenlöcher die Nervenwurzeln aus, auf jeder Seite eine pro Etage. Aus den unteren Wurzeln entsteht das Armnervengeflecht, aus dem alle Nerven für Arm und Hand kommen. Jede Wurzel hat ihr eigenes Gebiet. Die Wurzel C sechs versorgt etwa die Daumenseite, C sieben eher den Mittelfinger und den Strecker hinten am Oberarm.
Ganze Erklärung lesenChronischer Rückenschmerz
Seit Monaten Rückenschmerz, und kein Befund erklärt ihn
Seit Monaten Rückenschmerzen, drei Ärzte, zwei MRTs, und keiner findet den Grund. Kennen Sie das? Dann schauen wir uns heute nicht nur den Rücken an, sondern die Leitung dahinter. In Muskeln, Bändern, Gelenken und Bandscheiben sitzen Nervenenden, wie Sensoren. Sie melden Druck, Zug, Hitze und Entzündung über die Nervenwurzeln zum Rückenmark. Im Rückenmark liegt eine Schaltstelle, das Hinterhorn. Dort wird das Signal verstärkt oder gedämpft und dann zum Gehirn geschickt. Und erst das Gehirn entscheidet, ob es weh tut. Schmerz ist ein Schutzsignal, kein Messgerät für Schaden. Meistens passt beides gut zusammen. Wenn Schmerz bleibt, oft nicht mehr.
Ganze Erklärung lesenFacettengelenke und Spondylarthrose (Arthrose der Wirbelgelenke)
Steif am Morgen, Schmerz beim Zurückbeugen, Arthrose im Befund
Im Röntgenbefund steht Spondylarthrose, und plötzlich hat der Rücken Arthrose wie ein altes Knie. Was heißt das? Wir schauen schräg von hinten auf Ihre Lendenwirbel. Hinten am Wirbelbogen hat jeder Wirbel zwei kleine Gelenke nach oben und zwei nach unten. Sie greifen in die des Nachbarn. Fachleute nennen sie Facettengelenke oder Wirbelgelenke. Es sind echte Gelenke, kaum größer als ein Daumennagel: Knorpel, eine Kapsel, Gelenkflüssigkeit. Sie führen die Bewegung, bremsen das Verdrehen und tragen beim Zurückbeugen einen Teil der Last. Feine Nervenäste versorgen jedes Gelenk, deshalb können sie auch weh tun.
Ganze Erklärung lesenHexenschuss (akuter Kreuzschmerz)
Plötzlich eingeschossen, jede Bewegung tut weh
Sie bücken sich nach einer Socke, und plötzlich schießt es in den Rücken. Keine Bewegung geht mehr, Aufstehen wird zum Projekt. Der Hexenschuss. Was ist da passiert? Die Lendenwirbel habe ich durchsichtig gemacht. Im unteren Rücken sitzen fünf Lendenwirbel, dazwischen die Bandscheiben. Hinten verbindet jeweils ein Paar kleiner Wirbelgelenke die Wirbel miteinander, dazu kommen kräftige Bänder. Darüber liegen Muskeln in mehreren Schichten: tief der Multifidus, ein vielgespaltener Muskel aus kurzen Bündeln, außen die langen Rückenstrecker. Und eine feste Bindegewebsplatte, die Rückenfaszie. Fast alles davon hat Nervenenden und kann weh tun. Genau das macht die Suche nach dem Schuldigen so schwierig.
Ganze Erklärung lesenISG-Beschwerden (Kreuzdarmbeingelenk, Iliosakralgelenk)
Tiefer Schmerz neben dem Kreuzbein, oft einseitig im Gesäß
ISG blockiert, Becken verschoben, wieder eingerenkt: Kaum ein Gelenk hat so viele Geschichten. Schauen wir, was wirklich drin steckt. Das Becken habe ich durchsichtig gemacht. Das Kreuzbein sitzt wie ein Keil zwischen den beiden Beckenschaufeln. Links und rechts liegt je ein Kreuzdarmbeingelenk, kurz ISG. Die Gelenkflächen sind ohrförmig, rau und greifen mit Höckern und Rillen ineinander. Dazu kommen einige der kräftigsten Bänder des Körpers, vorn, hinten und zwischen den Knochen. Das Gelenk überträgt das Gewicht des Oberkörpers auf die Beine. Bewegen muss es sich dafür kaum: Gemessen wurden im Schnitt zwei bis drei Grad Drehung und weniger als ein Millimeter Verschiebung.
Ganze Erklärung lesenNackenschmerz und Verspannung
Steifer, verspannter Nacken, oft nach dem Schreibtisch
Abends nach dem Bildschirm: Der Nacken ist hart wie ein Brett, Kopfdrehen beim Ausparken wird zur Übung. Woher kommt das? Wir schauen von hinten auf Ihren Nacken. Sieben Halswirbel tragen einen Kopf von etwa fünf Kilo. Die beiden obersten heißen Atlas und Axis. Der Atlas trägt den Kopf, und um einen Zapfen des Axis dreht er sich. Hier passiert ein großer Teil jeder Kopfdrehung. Darüber liegen Muskeln in Schichten: außen der obere Kapuzenmuskel, darunter der Schulterblattheber und die Riemenmuskeln, ganz tief kurze Muskeln zwischen Hinterkopf und oberen Halswirbeln. Sie halten den Kopf, stellen ihn fein ein und bewegen Schultern und Hals zugleich.
Ganze Erklärung lesenSkoliose (seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule)
Die Wirbelsäule macht von hinten einen Bogen, eine Schulter steht höher
Im Schwimmbad fällt es auf: Eine Schulter steht höher, die Taille ist auf einer Seite eingezogen. Ist das schlimm? Wir schauen von hinten auf die ganze Wirbelsäule. Von der Seite ist die Wirbelsäule geschwungen, das gehört so. Von hinten sollte sie ziemlich gerade sein. Bei der Skoliose macht sie einen Bogen zur Seite, oft zwei, wie ein S. Und sie dreht sich dabei. Die Wirbel im Bogen drehen sich um ihre Längsachse und nehmen die Rippen mit. Von Skoliose spricht man ab zehn Grad Seitbiegung im Röntgenbild, gemessen als Cobb-Winkel. Das ist eine echte Krümmung, keine schlechte Haltung, die man einfach geradestellen könnte.
Ganze Erklärung lesenSpinalkanalstenose (enger Wirbelkanal)
Beim Gehen schwere Beine, im Sitzen ist es weg
Einkaufen wird zur Etappenfahrt: Nach ein paar hundert Metern werden die Beine schwer, Sie müssen sich setzen. Am Einkaufswagen geht es seltsamerweise besser. Was steckt dahinter? Die Wirbel habe ich durchsichtig gemacht. Durch die Wirbel zieht ein Kanal. Vorn begrenzen ihn Wirbelkörper und Bandscheiben, seitlich und hinten die Wirbelbögen mit den kleinen Wirbelgelenken und die gelben Bänder, elastische Bänder zwischen den Bögen. Das Rückenmark endet schon am ersten bis zweiten Lendenwirbel. Darunter laufen nur noch Nervenwurzeln nach unten, gebündelt wie ein Pferdeschweif. Die Mediziner sagen auf Latein genau das: Cauda equina. Sie versorgen Beine, Blase und Darm.
Ganze Erklärung lesenWirbelgleiten und Spondylolyse (Spondylolisthesis)
Ein Riss im Wirbelbogen oder ein Wirbel, der nach vorn gerutscht ist
Im Befund steht Wirbelgleiten, und das klingt, als würde die Wirbelsäule gleich auseinanderfallen. Tut sie nicht. Wir schauen von der Seite auf den unteren Rücken. Jeder Lendenwirbel hat vorn einen kräftigen Wirbelkörper und hinten einen Bogen. Am Bogen sitzen oben und unten kleine Gelenkfortsätze, die mit dem Nachbarwirbel die Wirbelgelenke bilden. Zwischen oberem und unterem Gelenkfortsatz liegt eine schmale Knochenbrücke, die Pars interarticularis, auf Deutsch etwa Zwischengelenkstück. Sie hält den Wirbel hinten fest, wie ein Riegel. Der unterste Lendenwirbel sitzt auf dem schräg geneigten Kreuzbein. Er möchte deshalb ständig ein wenig nach vorn rutschen, und dieser Riegel hält dagegen.
Ganze Erklärung lesenArm und Hand 5 Themen
Tennisarm (Epicondylitis lateralis)
Schmerz außen am Ellbogen beim Greifen
Kaffeetasse heben, Hände schütteln, und außen am Ellbogen sticht es. Dabei spielen Sie gar kein Tennis? Gleich sehen Sie, warum das egal ist. Außen an Ihrem rechten Ellbogen entspringen die Muskeln, die Hand und Finger strecken. Hier in Grün. Bei jedem festen Griff arbeiten sie mit. Sie halten das Handgelenk stabil, damit die Finger zupacken können.
Ganze Erklärung lesenDaumensattelgelenksarthrose (Rhizarthrose)
Schmerz an der Daumenwurzel beim Aufdrehen, Zwicken und Greifen
Ein Marmeladenglas aufdrehen, den Schlüssel umdrehen, eine Wäscheklammer drücken, und an der Daumenwurzel zieht es. Schauen wir genau dorthin, an Ihre rechte Hand. Unten am Daumen sitzt der erste Mittelhandknochen auf einem kleinen Handwurzelknochen, dem großen Vieleckbein, Fachwort Trapezium. Beide Gelenkflächen sind geformt wie zwei Sättel, die quer aufeinanderliegen. Deshalb kann der Daumen kreisen und sich jedem Finger gegenüberstellen. Ohne dieses Gelenk kein Pinzettengriff, kein Schlüsseldrehen. Der Preis: Beim Zwicken lastet auf dem Gelenk etwa das Zwölffache der Kraft an der Daumenspitze.
Ganze Erklärung lesenGolferarm (Epicondylitis medialis)
Schmerz innen am Ellbogen beim Greifen, Tragen und Werfen
Sie kennen das: Wasserkasten heben, Handtuch auswringen, und innen am Ellbogen sticht es. Golf spielen Sie gar nicht? Macht nichts. Wir schauen von vorn auf die Innenseite Ihres rechten Ellbogens. Der Knochenhöcker innen am Oberarm heißt innerer Epicondylus. Hier entspringen mit einer gemeinsamen Sehne die Muskeln, die Handgelenk und Finger beugen und den Unterarm nach innen drehen. Sie arbeiten bei jedem festen Griff, beim Tragen und beim Werfen. Direkt hinter dem Höcker läuft ein Nerv durch eine Knochenrinne: der Ellennerv. Sie kennen ihn als Musikantenknochen.
Ganze Erklärung lesenKarpaltunnelsyndrom
Kribbeln und Taubheit in Daumen bis Ringfinger, oft nachts
Nachts wachen Sie auf, die Hand ist eingeschlafen, und Sie schütteln sie aus, bis das Kribbeln nachlässt. Schauen wir auf die Innenseite Ihres rechten Handgelenks. Die Handwurzelknochen bilden eine Rinne. Darüber spannt sich ein straffes Querband, das Karpalband. Zusammen ergeben sie einen engen Tunnel, den Karpaltunnel. Das Band habe ich durchsichtig gemacht. Hindurch ziehen neun Beugesehnen der Finger und ein Nerv: der Mittelnerv, Fachwort Nervus medianus. Er gibt Gefühl an Daumen, Zeige-, Mittelfinger und die halbe Ringfingerseite und steuert Muskeln am Daumenballen.
Ganze Erklärung lesenSehnenscheidenentzündung am Daumen (Tendovaginitis de Quervain)
Schmerz an der Daumenseite des Handgelenks beim Heben und Greifen
Das Baby hochheben, den Topf ausgießen, das Handy mit dem Daumen bedienen, und an der Daumenseite des Handgelenks sticht es. Schauen wir von der Seite auf Ihr rechtes Handgelenk. Dort, über dem tastbaren Knochenvorsprung der Speiche, ziehen zwei Sehnen zum Daumen: die des langen Daumenabspreizers und die des kurzen Daumenstreckers. Sie spreizen den Daumen ab und strecken ihn. Beide laufen gemeinsam in einer Gleithülle, der Sehnenscheide, durch einen engen Kanal unter einem Halteband. Fachleute sagen erstes Strecksehnenfach. Bei vielen Menschen teilt eine kleine Wand diesen Kanal sogar in zwei.
Ganze Erklärung lesenHüfte 6 Themen
Osteoporose und Schenkelhalsbruch
Knochen werden porös, ein Sturz reicht
Was hat Ihr Knochen mit Ihren Muskeln gemeinsam? Mehr, als Sie denken. Das ist Ihr rechtes Hüftgelenk. Das Becken habe ich durchsichtig gemacht. Knochen ist kein toter Stein. Er baut sich ständig um, und er wird genau dort fester, wo er belastet wird. Wie ein Muskel, nur langsamer.
Ganze Erklärung lesenHüftarthrose (Coxarthrose)
Leistenschmerz, Anlaufschmerz, Socken anziehen wird schwer
Morgens steif, die ersten Schritte zäh, Socken anziehen wird zum Kunststück. Und im Röntgenbefund steht Coxarthrose, der Fachbegriff für Hüftarthrose. Das Becken habe ich durchsichtig gemacht. Die Hüfte ist ein Kugelgelenk. Die Kugel ist der Oberschenkelkopf, die Pfanne gehört zum Becken. Beide sind mit glattem Knorpel überzogen, ein Ring aus Faserknorpel am Pfannenrand dichtet ab. Außen herum liegt eine kräftige Kapsel mit Bändern. So ist die Hüfte stabil und trotzdem in alle Richtungen beweglich.
Ganze Erklärung lesenHüftimpingement (FAI: Cam und Pincer)
Leistenschmerz beim tiefen Beugen und Drehen, oft bei jungen Sportlern
Sie kennen das vielleicht: Beim tiefen Hocken, beim Schuss im Fußball oder nach langem Sitzen zieht es tief in der Leiste. Dann fällt das Wort Impingement. Das heißt Anstoßen. Normalerweise ist der Oberschenkelkopf rund und geht in einen schlanken Hals über. So dreht er sich frei in der Pfanne. Bei manchen Menschen hat der Knochen eine etwas andere Form. Dann stoßen Kopf und Pfannenrand bei tiefer Beugung und Eindrehen früher aneinander. Dazwischen liegt der Ring aus Faserknorpel am Pfannenrand, das Labrum.
Ganze Erklärung lesenHüftprothese (Hüft-TEP): Reha und verbotene Bewegungen
Neues Hüftgelenk: was ersetzt wird, was danach erlaubt ist
Bei der Hüftprothese wird der abgenutzte Kopf ersetzt und die Pfanne neu ausgekleidet. Das Becken habe ich durchsichtig gemacht. Der Operateur trennt den Oberschenkelkopf am Schenkelhals ab. In den Knochen kommt ein Metallschaft, oben darauf eine neue Kugel aus Metall oder Keramik. In die Pfanne kommt eine Schale mit einer Gleitfläche aus Kunststoff oder Keramik. Je nach Zugang, von vorn, von der Seite oder von hinten, werden Muskeln zur Seite geschoben oder kurz abgelöst und wieder angenäht. Über die Hälfte der Hüftprothesen hält fünfundzwanzig Jahre.
Ganze Erklärung lesenLabrum-Einriss der Hüfte
Leistenschmerz, Klicken oder kurzes Einklemmen in der Hüfte
Im MRT-Befund steht: Labrumriss. Klingt, als wäre etwas Wichtiges kaputt. Was ist das Labrum überhaupt? Das Becken habe ich durchsichtig gemacht. Das Labrum ist ein Ring aus Faserknorpel, also festem, zähem Knorpel, rund um den Rand der Hüftpfanne. Auf Deutsch heißt es Gelenklippe. Es macht die Pfanne tiefer und legt sich um den Kopf wie der Gummiring eines Einmachglases. So bleibt ein Flüssigkeitsfilm im Gelenk, der den Knorpel schmiert und schützt. Anders als Knorpel hat das Labrum Nervenfasern, besonders vorn oben. Es kann also weh tun.
Ganze Erklärung lesenSchmerz außen an der Hüfte (Trochanter, gluteale Tendinopathie)
Schmerz außen an der Hüfte beim Liegen auf der Seite und auf der Treppe
Sie kennen das: Nachts auf der Seite liegen geht nicht mehr, außen an der Hüfte brennt es, auf der Treppe auch. Wir schauen von der Seite auf Ihre rechte Hüfte, die oberen Schichten habe ich durchsichtig gemacht. Der Knochenvorsprung, den Sie außen tasten, ist der große Rollhügel, Fachwort Trochanter major. Daran setzen die Sehnen des mittleren und des kleinen Gesäßmuskels an. Diese Muskeln halten das Becken waagerecht, sobald Sie auf einem Bein stehen, also bei jedem Schritt. Darüber liegen Schleimbeutel, kleine Gleitkissen.
Ganze Erklärung lesenKnie 11 Themen
Kniearthrose
Anlaufschmerz, Treppe, Knirschen
Morgens steif, auf der Treppe knirscht es, und im Röntgen steht: Arthrose. Klingt nach Endstation. Ist es aber nicht, gleich sehen Sie, warum. Das ist Ihr rechtes Kniegelenk von der Innenseite. Die Muskeln habe ich ausgeblendet. Die Gelenkflächen sind mit Knorpel überzogen. Glatt, gut geschmiert, mit weniger Reibung als jedes Material, das Menschen bisher gebaut haben. Das Besondere: Knorpel hat keine Blutgefäße. Er wird ernährt, wenn das Gelenk sich bewegt. Wie ein Schwamm, den man ausdrückt und wieder vollsaugen lässt.
Ganze Erklärung lesenKreuzbandriss (vorderes Kreuzband)
Knie verdreht, Knacken, Schwellung
Ein schneller Haken beim Fußball, ein Knacken im Knie. Viele ahnen in diesem Moment schon, dass etwas Ernstes passiert ist. Schauen wir hinein. Kniescheibe und Oberschenkelknochen habe ich durchsichtig gemacht. In der Mitte kreuzen sich zwei Bänder. Das vordere Kreuzband hält das Schienbein davon ab, nach vorn wegzurutschen. Am meisten zu tun hat es beim Abstoppen und Drehen. Fußball, Handball, Skifahren.
Ganze Erklärung lesenMeniskusriss
Schmerz am inneren Kniespalt, Einklemmen
Sie kennen das vielleicht: Aufstehen aus der Hocke, und innen im Knie sticht es. Dann fällt das Wort Meniskus. Was heißt das eigentlich? Von oben ins Knie geschaut: Die zwei grünen Halbmonde sind die Menisken, innen und außen. Sie liegen auf dem Schienbein und verteilen die Last, damit der Oberschenkelknochen nicht nur auf einem Punkt steht. Stoßdämpfer und Unterlegscheibe in einem.
Ganze Erklärung lesenBaker-Zyste (Kniekehlenzyste)
Spannung und pralle Beule in der Kniekehle
Sie kennen das vielleicht: Beim Beugen spannt es in der Kniekehle, und innen hinten tasten Sie eine pralle Beule. Wir schauen von hinten auf Ihr rechtes Knie. Innen in der Kniekehle liegt ein Schleimbeutel zwischen der Sehne des Plattsehnenmuskels und dem inneren Kopf des Wadenmuskels. Ein Schleimbeutel ist ein flaches Kissen, das die Reibung zwischen Sehnen dämpft. Das Besondere: Bei vielen Erwachsenen hat dieser Schleimbeutel eine kleine Öffnung zum Kniegelenk, die wie ein Ventil wirkt. Genau das wird gleich wichtig.
Ganze Erklärung lesenHinteres Kreuzband: Riss (Armaturenbrett-Verletzung)
Sturz aufs gebeugte Knie, Druck in der Kniekehle, unsicher bergab
Vom vorderen Kreuzband hört man ständig. Sein Partner dahinter wird gern vergessen. Kniescheibe und Oberschenkelknochen habe ich durchsichtig gemacht, damit Sie in die Mitte des Knies sehen. Das hintere Kreuzband zieht von der inneren Oberschenkelrolle schräg nach hinten unten zur Rückseite des Schienbeinkopfs. Oberschenkelrollen heißen die zwei runden Enden des Oberschenkelknochens. Es ist das kräftigere der beiden Kreuzbänder. Seine Aufgabe: Es hält das Schienbein davon ab, nach hinten unter den Oberschenkel zu rutschen. Vor allem, wenn das Knie stark gebeugt ist. Und wie reißt so ein kräftiges Band?
Ganze Erklärung lesenInnenband am Knie: Zerrung und Riss
Stoß von außen, Schmerz innen am Knie
Sie kennen das vielleicht: Beim Fußball kommt der Gegner von außen gegen Ihr Knie, und innen zieht es scharf. Schauen wir auf die Innenseite Ihres rechten Knies. Hier liegt das Innenband, Fachwort mediales Kollateralband, also Seitenband innen. Es ist breit und flach wie ein Gurt und zieht vom inneren Knochenvorsprung am Oberschenkel bis ein Stück unter den Gelenkspalt ans Schienbein. Darunter liegt ein tiefer Anteil, der mit dem Innenmeniskus verwachsen ist. Zusammen verhindern sie, dass das Knie nach innen aufklappt, wie bei einem X-Bein.
Ganze Erklärung lesenKnieprothese (Knie-TEP): was ersetzt wird, wie die Reha läuft
Neues Kniegelenk: was ersetzt wird und wie es danach weitergeht
Arthrose im Endstadium, Training ausgereizt, und jetzt steht die Knie-OP an. TEP heißt Totalendoprothese, also künstlicher Ersatz des ganzen Gelenks. Ersetzt wird dabei aber nur die Oberfläche. Der Operateur trägt am Ende des Oberschenkels und oben am Schienbein einige Millimeter Knochen mit dem abgenutzten Knorpel ab. Darauf kommen zwei Metallteile. Dazwischen sitzt eine Gleitscheibe aus sehr hartem Kunststoff, sie ersetzt Knorpel und Menisken. Das vordere Kreuzband wird bei den meisten Modellen entfernt. Die Rückseite der Kniescheibe wird manchmal mit ersetzt, manchmal nicht.
Ganze Erklärung lesenKnorpelschaden im Knie (Knorpelglatze)
Im MRT steht Knorpelschaden, und jetzt?
Im MRT-Befund steht Knorpelschaden, manchmal sogar Knorpelglatze. Klingt nach abgefahrenem Reifen. Bevor Sie sich Sorgen machen, schauen wir, was Knorpel eigentlich ist. Die Enden von Oberschenkel und Schienbein und die Rückseite der Kniescheibe sind mit Gelenkknorpel überzogen. Wenige Millimeter dick, glatt wie Glas und dabei elastisch wie ein Schwamm. Und jetzt das Überraschende: Knorpel hat keine Blutgefäße und keine Nerven. Ein amerikanischer Orthopäde hat sich das eigene Knie ohne Betäubung im Gelenk spiegeln lassen. Berührungen am Knorpel spürte er nicht. Woher kommt dann der Schmerz?
Ganze Erklärung lesenLäuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom)
Stechen außen am Knie nach einigen Kilometern Laufen
Sie kennen das: Die ersten Kilometer laufen sich gut, dann sticht es außen am Knie, immer an derselben Stelle. Bergab wird es schlimmer. Schauen wir von außen auf Ihr rechtes Bein. Der lange Streifen ist der Tractus iliotibialis, eine kräftige Sehnenplatte. Er ist ein verstärkter Teil der Hülle um die Oberschenkelmuskeln und zieht vom Becken bis unter das Knie. Oben strahlen zwei Muskeln hinein: der Schenkelbindenspanner und der große Gesäßmuskel. Unterwegs ist der Streifen fest am Oberschenkelknochen verankert. Er ist also kein loses Gummiband, eher ein Spanngurt.
Ganze Erklärung lesenPatellaspitzensyndrom (Springerknie)
Stechen direkt unter der Kniescheibe beim Springen und Treppensteigen
Sie kennen das: Beim Volleyball oder Basketball sticht es nach dem Sprung direkt unter der Kniescheibe. Schauen wir uns an, was da arbeitet. Der große Muskel vorn am Oberschenkel heißt Quadrizeps: vier Köpfe, eine gemeinsame Sehne. Darin liegt die Kniescheibe und verlängert seinen Hebel. Von ihrer unteren Spitze zieht ein kurzes, kräftiges Band zum Schienbein: die Patellasehne, anatomisch Kniescheibenband. Beim Landen nach einem Sprung bremst sie mit dem Quadrizeps Ihr ganzes Gewicht ab.
Ganze Erklärung lesenSchmerz um die Kniescheibe (Patellofemorales Schmerzsyndrom)
Schmerz hinter der Kniescheibe auf der Treppe, in der Hocke, nach langem Sitzen
Sie kennen das: Nach zwei Stunden im Kino oder im Auto tut es vorn im Knie weh, und auf der Treppe nach unten erst recht. Die Kniescheibe habe ich durchsichtig gemacht. Sie gleitet in einer Rinne vorn am Oberschenkelknochen. Ihre Rückseite trägt einen besonders dicken Knorpel. Seitlich führen sie zwei Haltebänder, die Retinacula. Unter ihr liegt ein Fettpolster, der Hoffa-Fettkörper, voller Nervenfasern. Je tiefer Sie unter Last beugen, desto kräftiger drückt die Kniescheibe in ihre Rinne.
Ganze Erklärung lesenFuß 7 Themen
Achillessehne: Reizung und Riss
Morgensteifigkeit, Schmerz beim Laufen
Laufen Sie gern? Dann kennen Sie vielleicht das: In den ersten Minuten zieht es hinten über der Ferse, dann wird es besser, und am nächsten Morgen ist es wieder da. Wir stehen hinter Ihrer rechten Ferse. Die beiden Wadenmuskeln laufen unten in eine gemeinsame Sehne zusammen: die Achillessehne. Sie ist die stärkste Sehne des Körpers. Beim Laufen trägt sie bei jedem Schritt ein Mehrfaches Ihres Körpergewichts. Und trotzdem kann sie empfindlich werden. Warum?
Ganze Erklärung lesenFersenschmerz (Plantarfasziitis, Fersensporn)
Erste Schritte am Morgen schmerzen
Morgens aus dem Bett, der erste Schritt, und es fühlt sich an wie ein Nagel in der Ferse. Nach ein paar Minuten wird es besser. Warum eigentlich? Wir schauen unter Ihren rechten Fuß. Vom Fersenbein bis zu den Zehen spannt sich eine feste Sehnenplatte. Sie hält das Fußgewölbe wie die Sehne einen Bogen. Bei jedem Schritt wird sie gespannt und federt zurück. Und der Sporn im Röntgen? Dazu gleich eine Überraschung.
Ganze Erklärung lesenUmknicken: Außenbandriss am Sprunggelenk
Nach außen umgeknickt, blauer Knöchel
Ein falscher Schritt vom Bordstein, und der Knöchel ist dick. Gebrochen oder nur verstaucht? Diese Frage klären wir gleich. Erst schauen wir von außen auf Ihren rechten Knöchel. Hier halten drei Bänder das Sprunggelenk zusammen. Das vordere, zwischen Wadenbein und Sprungbein, ist das schwächste der drei. Und das, das am häufigsten reißt.
Ganze Erklärung lesenHallux valgus (Ballenzeh)
Großzehe schief, der Ballen drückt im Schuh
Im Schuh drückt es innen am Vorfuß, und die große Zehe zeigt immer mehr Richtung kleine Zehen. Schauen wir von oben auf Ihren rechten Fuß. Hier sehen Sie die fünf Mittelfußknochen. Am vorderen Ende des ersten sitzt das Großzehengrundgelenk. Darunter liegen zwei erbsengroße Sesambeine in den Sehnen, wie kleine Kugellager. Beim Abrollen trägt dieses Gelenk einen großen Teil Ihres Gewichts, und beim Abstoßen biegt sich die Großzehe weit nach oben. Kleine Muskeln an der Fußsohle halten sie dabei in der Spur.
Ganze Erklärung lesenMorton-Neurom (Morton-Metatarsalgie)
Brennender Vorfußschmerz, wie ein Kieselstein im Schuh
Sie gehen durch die Stadt, und plötzlich brennt es im Vorfuß, als läge ein Kieselstein im Schuh. Schuh aus, Fuß massieren, besser. Was steckt dahinter? Die Mittelfußknochen habe ich durchsichtig gemacht. Unter der Fußsohle ziehen zwei Nerven nach vorn, Äste des Schienbeinnervs. Zwischen den Köpfchen der Mittelfußknochen teilen sie sich in die Zehennerven. Jeder versorgt die einander zugewandten Seiten zweier Zehen mit Gefühl. Dabei laufen sie unter einem queren Band hindurch, das die Mittelfußköpfchen zusammenhält. Beim Abrollen wird es dort eng: Knochen und Band oben, der Boden unten.
Ganze Erklärung lesenSchienbeinkantensyndrom (Shin Splints)
Schmerz innen an der Schienbeinkante beim und nach dem Laufen
Neue Laufschuhe, ein Plan für den ersten Zehn-Kilometer-Lauf, und nach ein paar Wochen schmerzt es innen am Schienbein. Erst nach dem Laufen, dann schon dabei. Schauen wir auf die Innenseite Ihres rechten Unterschenkels. Das Schienbein ist der kräftige Knochen vorn. Seine Innenkante können Sie vom Knie bis zum Knöchel tasten. Dahinter setzen tiefe Wadenmuskeln an, etwa der Schollenmuskel und der hintere Schienbeinmuskel. Bei jedem Laufschritt biegt sich das Schienbein ein klein wenig. Der Knochen antwortet darauf, indem er sich umbaut und fester wird. Dieser Umbau braucht aber Zeit.
Ganze Erklärung lesenTibialis-posterior-Sehne: Reizung und erworbener Plattfuß
Schmerz innen am Knöchel, das Fußgewölbe sinkt ein
Der Knöchel innen ist dick und schmerzt nach längeren Wegen, und der Fuß wirkt flacher als früher. Schauen wir von innen auf Ihren rechten Fuß. Tief in der Wade entspringt der hintere Schienbeinmuskel, Fachwort Tibialis posterior, an Schienbein, Wadenbein und der Faserplatte dazwischen. Seine Sehne zieht hinter dem Innenknöchel um die Kurve zur Fußsohle. Sie setzt vor allem am Kahnbein an, dem Schlussstein des inneren Fußgewölbes. Zusammen mit einem kräftigen Band darunter, dem Pfannenband, hält sie das Gewölbe und kippt die Ferse beim Abstoßen nach innen.
Ganze Erklärung lesenLymphe 2 Themen
Lymphödem (Arm oder Bein, auch nach Krebsoperation)
Schwerer, dicker Arm oder dickes Bein, das nicht mehr abschwillt
Ein Arm, der sich schwer anfühlt, der Ring passt nicht mehr, der Ärmel spannt. Und es geht nicht mehr weg. Um das zu verstehen, schauen wir auf ein System, das kaum jemand kennt: das Lymphsystem. Aus den feinen Blutgefäßen tritt ständig Flüssigkeit ins Gewebe. Nur ein Teil kommt direkt zurück. Den Rest nehmen hauchdünne Lymphgefäße auf, samt Eiweiß und Abwehrzellen. Hier sehen Sie die Lymphbahnen Ihres rechten Arms. Lymphgefäße haben Klappen und ziehen sich rhythmisch selbst zusammen, Muskeln und Atmung helfen mit. Unterwegs filtern Lymphknoten die Flüssigkeit, für den Arm vor allem die in der Achsel. Am Hals fließt alles zurück ins Blut.
Ganze Erklärung lesenSchwellung nach Operation oder Verletzung
Dick, warm, spannt: was normal ist und wann nicht
Die Operation ist gut verlaufen, und trotzdem ist der Knöchel dick, warm und spannt. Ist das normal? Meistens ja. Am Beispiel Ihres rechten Knöchels zeige ich Ihnen, was dahintersteckt. Nach einer Verletzung oder Operation startet der Körper ein Reparaturprogramm. Die feinen Blutgefäße werden durchlässiger, damit Abwehr- und Reparaturzellen ins Gewebe kommen. Mit ihnen tritt Flüssigkeit aus. Das ist die Schwellung, und sie gehört zunächst dazu. Abtransportieren müssen die Flüssigkeit die Venen und das Lymphsystem. Die Lymphbahnen des Beins ziehen bis zu den Lymphknoten in Kniekehle und Leiste.
Ganze Erklärung lesenSo wirkt Therapie 4 Themen
Krafttraining: Was im Nervensystem und im Muskel passiert
Motorische Einheiten, Kraft vor Masse, stärkere Sehnen und Knochen
Sie setzen sich an die Beinpresse und drücken. Was passiert in diesem Moment? Der Befehl startet im Gehirn, in der motorischen Rinde, einem Streifen der Großhirnrinde. Er läuft das Rückenmark hinunter bis zum Vorderhorn. Dort sitzen die Motoneurone, Nervenzellen, die Muskelfasern ansteuern. Ihre langen Fortsätze ziehen im Oberschenkelnerv zum Quadrizeps, dem großen Muskel vorn am Oberschenkel. Ein Motoneuron und alle Muskelfasern, die es ansteuert, bilden zusammen eine motorische Einheit. Ein Muskel besteht aus sehr vielen solcher Einheiten. Wie ein Team, in dem nicht immer alle spielen.
Ganze Erklärung lesenManuelle Therapie: Was passiert beim Mobilisieren und Manipulieren?
Knacken, Gasblase, Botenstoffe: was die Hände wirklich auslösen
Ein kurzer Ruck, es knackt im Rücken, und plötzlich fühlt sich alles freier an. Ist da gerade etwas an seinen Platz zurückgesprungen? Schauen wir genau hin. Die Wirbel habe ich durchsichtig gemacht. Hinten verbindet jeweils ein Paar kleiner Wirbelgelenke zwei Wirbel. Jedes steckt in einer Gelenkkapsel, einer dünnen Hülle aus Bindegewebe. Manuelle Therapie heißt: Behandlung mit den Händen. Zwei Griffe sind typisch. Beim Mobilisieren bewege ich ein Gelenk langsam und rhythmisch hin und her, wie ein vorsichtiges Schaukeln. Beim Manipulieren gibt es dagegen einen einzigen kleinen, schnellen Schub am Ende der Bewegung. Oft knackt es dabei. Was dieses Knacken ist, sehen wir jetzt.
Ganze Erklärung lesenSchmerz ist mehr als Gewebe: das biopsychosoziale Modell
Warum Schlaf, Sorgen, Arbeit und Rückhalt mitbestimmen, wie laut der Schmerz ist
Alles, was Sie in diesem Atlas bisher gesehen haben, ist Biologie: Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven. Das ist wichtig, aber nur ein Teil der Geschichte. Zwei Menschen mit dem gleichen Befund im MRT haben oft völlig verschieden starke Schmerzen. Wie passt das zusammen? Ist Gewebe gereizt, etwa ein kleines Wirbelgelenk, melden Gefahrenmelder das ans Rückenmark. Die Meldung läuft hinauf bis in den Thalamus, eine Umschaltstelle im Gehirn. Fachleute nennen das Nozizeption: eine Gefahrenmeldung, noch kein Schmerz. Ob und wie stark es weh tut, entscheidet das Gehirn. Schmerz ist ein Schutzsignal, kein Messgerät für Schaden. Laut der internationalen Schmerzgesellschaft hängt er immer, mal mehr, mal weniger, von Körper, Psyche und Umfeld ab. Fachleute sagen: biopsychosozial.
Ganze Erklärung lesenWarum Bewegung Schmerzen dämpft
Die körpereigene Schmerzbremse, und wie Training sie anwirft
Sie kennen das: Das Knie tut weh, und Training ist das Letzte, worauf Sie Lust haben. Trotzdem fühlt es sich nach zehn Minuten Radfahren oft besser an. Wie kann das sein? Zuerst: Wie entsteht Schmerz? In Gelenkkapsel, Bändern und Muskeln sitzen Gefahrenmelder, Nozizeptoren genannt. Ist das Gewebe gereizt, schlagen sie Alarm. Die Meldung läuft über Nerven wie den Ischiasnerv zum Rückenmark und dort weiter nach oben. Im Gehirn landet sie zuerst im Thalamus, einer Umschaltstelle. Und erst das Gehirn entscheidet, ob es weh tut und wie sehr. Schmerz ist also eine Alarmanlage, kein Messgerät für Schaden. Und jede Alarmanlage hat einen Lautstärkeregler. Bewegung kann daran drehen.
Ganze Erklärung lesenUnser Trainingsraum
Alle Übungen aus der Praxis
Die Geräte im Trainingsraum an der Vennstraße, die Übungen mit dem Band und drei Bewegungen aus dem Alltag. Tippen Sie auf „Im 3D zeigen“: Oben im Atlas sehen Sie Martin bei der Übung, die arbeitenden Muskeln liegen in seinem Körper. Grün macht die Hauptarbeit, gelb hilft mit.
Geräte im Trainingsraum

Beinpresse
Im Sitzen das Gewicht mit beiden Beinen wegdrücken. Das Gerät führt die Bewegung, die Last lässt sich in kleinen Schritten einstellen. Unser meistgenutztes Gerät.
Hauptarbeit: Äußerer Schenkelmuskel, Innerer Schenkelmuskel, Mittlerer Schenkelmuskel, Gerader Schenkelmuskel, Großer Gesäßmuskel

Beinstrecker
Im Sitzen das Knie gegen die Polsterrolle strecken. Der Quadrizeps arbeitet ganz allein, ohne dass Hüfte oder Rücken helfen.
Hauptarbeit: Äußerer Schenkelmuskel, Innerer Schenkelmuskel, Mittlerer Schenkelmuskel, Gerader Schenkelmuskel

Beinbeuger
Auf dem Bauch liegend die Ferse zum Gesäß ziehen und langsam wieder ablassen. Das Ablassen ist der wichtigere Teil.
Hauptarbeit: Zweiköpfiger Schenkelmuskel, Halbsehnenmuskel, Plattsehnenmuskel

Kniebeuge-Maschine
Die Kniebeuge mit Polstern auf den Schultern, geführt und mit Druckluft. So wird die schwere Kniebeuge sicher, auch für Einsteiger.
Hauptarbeit: Äußerer Schenkelmuskel, Innerer Schenkelmuskel, Mittlerer Schenkelmuskel, Großer Gesäßmuskel, Adduktoren

Rückenstrecker
Im Sitzen den Oberkörper gegen das Polster aufrichten. Trainiert die Muskeln, die beim Kreuzschmerz oft schwach werden, in einer sicheren Bahn.
Hauptarbeit: Rückenstrecker, Vielgespaltener Muskel (Multifidus)

Rudern
Im Sitzen die Griffe zum Körper ziehen und die Schulterblätter zusammenführen. Die häufigste Übung in unserer Dokumentation.
Hauptarbeit: Breiter Rückenmuskel (Latissimus), Rautenmuskeln, Kapuzenmuskel (Trapezius)

Schulterdrücken
Im Sitzen die Griffe nach oben drücken. Für Schulterpatienten oft das Ziel: wieder sicher über Kopf arbeiten.
Hauptarbeit: Deltamuskel, Dreiköpfiger Oberarmmuskel (Trizeps)

Brustpresse
Im Sitzen die Griffe nach vorn drücken, wie ein Liegestütz im Sitzen, mit genau dosierbarer Last.
Hauptarbeit: Großer Brustmuskel, Dreiköpfiger Oberarmmuskel (Trizeps), Deltamuskel

Kabelzug: Rotation
Rotation am Seilzug für die seitlichen Bauchmuskeln: Der Zug kommt aus der Drehung von Hüfte und Rumpf, die Arme führen nur. Am Kabelzug machen wir außerdem Außenrotation für die Schulter und Zug von oben.
Hauptarbeit: Äußerer schräger Bauchmuskel, Innerer schräger Bauchmuskel
Mit dem Band

Kreuzheben mit Band
Das Hüftscharnier mit Widerstand: die Bewegung, mit der man Lasten sicher vom Boden hebt.
Hauptarbeit: Großer Gesäßmuskel, Zweiköpfiger Schenkelmuskel, Halbsehnenmuskel, Plattsehnenmuskel, Adduktoren

Kniebeuge mit Band
Die Kniebeuge mit Band: Gesäß nach hinten und unten, als wollten Sie sich setzen, dann aus dem ganzen Fuß hoch.
Hauptarbeit: Äußerer Schenkelmuskel, Innerer Schenkelmuskel, Mittlerer Schenkelmuskel, Großer Gesäßmuskel, Adduktoren

Beinstrecken im Sitz
Kräftigt den Kniestrecker gezielt, wie an der Maschine, nur mit Band oder Manschette am Fuß.
Hauptarbeit: Äußerer Schenkelmuskel, Innerer Schenkelmuskel, Mittlerer Schenkelmuskel, Gerader Schenkelmuskel

Liegestütz an der Stange
Der Liegestütz erhöht an der Stange: je höher die Stange, desto leichter. So passt er für jeden Stand.
Hauptarbeit: Großer Brustmuskel, Dreiköpfiger Oberarmmuskel (Trizeps), Deltamuskel

Rotation mit Band
Die Band-Variante der Kabelzug-Rotation: diagonal ziehen, die Drehung kommt aus Hüfte und Rumpf, die seitlichen Bauchmuskeln machen die Arbeit.
Hauptarbeit: Äußerer schräger Bauchmuskel, Innerer schräger Bauchmuskel

Rudern mit Band
Die Gegenbewegung zum Sitzen. Kräftige Schulterblattmuskeln machen aufrechte Positionen leichter.
Hauptarbeit: Breiter Rückenmuskel (Latissimus), Rautenmuskeln, Kapuzenmuskel (Trapezius)

Rudern vorgebeugt mit Band
Rudern im Hüftscharnier: Der Rücken hält die vorgebeugte Stellung, die Arme ziehen. Zwei Übungen in einer.
Hauptarbeit: Breiter Rückenmuskel (Latissimus), Rautenmuskeln, Kapuzenmuskel (Trapezius), Deltamuskel

Schulterdrücken mit Band
Über Kopf arbeiten fällt vielen schwer und wird vermieden. Dosiertes Drücken baut Reserve auf.
Hauptarbeit: Deltamuskel, Dreiköpfiger Oberarmmuskel (Trizeps)
Alltag als Training

Kiste heben
Heben ist Training. Nah an die Last, Gesäß nach hinten, Rücken lang, und aus Hüfte und Beinen hoch.
Hauptarbeit: Großer Gesäßmuskel, Äußerer Schenkelmuskel, Innerer Schenkelmuskel, Adduktoren, Rückenstrecker

Zwei Kisten tragen
Zwei schwere Lasten, aufrecht gehen: Griffkraft, Schultergürtel, Rumpf und Beine in einer Übung. Der Wocheneinkauf als Training.
Hauptarbeit: Handbeuger, Kapuzenmuskel (Trapezius), Quadratischer Lendenmuskel

Über Kopf ins Regal
Eine Kiste ins obere Regal heben: Schulter, Arme und Rumpf arbeiten zusammen. Genau dafür trainieren wir das Schulterdrücken.
Hauptarbeit: Deltamuskel, Dreiköpfiger Oberarmmuskel (Trizeps), Vorderer Sägemuskel, Kapuzenmuskel (Trapezius)
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Muskeln, Knochen und Gelenke von Kopf bis Fuß
Die Strukturen, die uns in der Praxis am häufigsten beschäftigen, mit Ursprung, Ansatz, Funktion und dem, was wir dazu in der Behandlung sehen. Ein Klick auf den Namen zeigt sie im Modell.
Schulter 19 Strukturen
- Bänder zwischen Rabenschnabelfortsatz und Schlüsselbein
- Zwei kräftige Bänder, die das Schlüsselbein nach unten halten. Reißen sie mit, steht das Schlüsselbein hoch wie eine Klaviertaste.
- Deltamuskel
- Die runde Kappe über dem Schultergelenk. Er hebt den Arm in alle Richtungen: nach vorn, zur Seite und nach hinten. Ursprung: Schlüsselbein, Schulterhöhe (Akromion) und Schulterblattgräte Ansatz: Außenseite des Oberarms (Tuberositas deltoidea) Funktion: Arm heben, nach vorn führen, nach hinten führen Nerv: N. axillaris Wenn der Arm beim Heben wehtut, ist der Deltamuskel selten der Schuldige, aber fast immer beteiligt. Kraft im Deltamuskel und in der Rotatorenmanschette zusammen machen das Heben über Kopf wieder sicher.
- Gelenklippe der Schulter (Labrum)
- Ein Ring aus Faserknorpel um die flache Schulterpfanne. Er macht die Pfanne tiefer, hält den Oberarmkopf und ist Anker für Kapselbänder und Bizepssehne.
- Großer Brustmuskel
- Der große Fächer auf der Brust. Er drückt die Arme nach vorn und zieht sie zur Körpermitte. Ursprung: Schlüsselbein, Brustbein, Rippenknorpel, Bauchmuskelscheide Ansatz: Oberarm (Crista tuberculi majoris) Funktion: Arm an den Körper heranführen, nach innen drehen, nach vorn drücken Nerv: Nn. pectorales
- Großer Rundmuskel
- Der „kleine Bruder“ des breiten Rückenmuskels. Er zieht den Arm nach hinten und unten. Ursprung: Unterer Winkel des Schulterblatts Ansatz: Vorderseite des Oberarms (Crista tuberculi minoris) Funktion: Arm nach hinten ziehen, nach innen drehen, an den Körper heranführen Nerv: N. thoracodorsalis
- Kapsel des Schultergelenks
- Ein weiter Sack aus festem Bindegewebe um das Schultergelenk. Unten hängt er in einer Falte durch, damit der Arm ganz nach oben kommt.
- Kapselbänder der Schulter
- Verstärkungen der Schulterkapsel. Das untere Band hält den Oberarmkopf, wenn der Arm zur Seite und nach außen geht, also in der Wurfposition.
- Kleiner Brustmuskel
- Liegt unter dem großen Brustmuskel und zieht das Schulterblatt nach vorn unten. Ursprung: 3. bis 5. Rippe Ansatz: Rabenschnabelfortsatz des Schulterblatts Funktion: Schulterblatt nach vorn und unten ziehen, bei der Atmung helfen Nerv: N. pectoralis medialis
- Kleiner Rundmuskel
- Kleiner Helfer des Untergrätenmuskels, ebenfalls Außenrotator und Teil der Rotatorenmanschette. Ursprung: Außenrand des Schulterblatts Ansatz: Oberarmkopf, untere Facette des Tuberculum majus Funktion: Arm nach außen drehen Nerv: N. axillaris
- Obergrätenmuskel
- Teil der Rotatorenmanschette. Seine Sehne läuft unter dem Schulterdach hindurch und hilft, den Arm zur Seite zu heben. Ursprung: Grube oberhalb der Schulterblattgräte (Fossa supraspinata) Ansatz: Oberer Teil des Oberarmkopfs (Tuberculum majus) Funktion: Arm abspreizen (die ersten Grad), Oberarmkopf in der Pfanne zentrieren Nerv: N. suprascapularis Die Sehne, um die es beim „Impingement“ meist geht. Sie wird mit den Jahren bei vielen Menschen dünner und rissig, oft ganz ohne Schmerzen. Was hilft, ist dosiertes Belasten statt Schonen: Heben zur Seite, Außenrotation, Schulterdrücken mit passender Last.
- Schleimbeutel unter dem Schulterdach
- Ein flaches Gleitkissen zwischen Schulterdach, Deltamuskel und Sehnen. Es reagiert oft mit, wenn die Sehnen gereizt sind oder Kalk durchbricht.
- Schlüsselbein
- Die einzige knöcherne Verbindung zwischen Arm und Rumpf. Einer der am häufigsten gebrochenen Knochen.
- Schulterblatt
- Der flache, dreieckige Knochen hinten am Brustkorb. An ihm hängen 17 Muskeln. Er gleitet beim Armheben mit. Ein Schulterblatt, das beim Heben gut mitdreht, ist die halbe Miete für eine schmerzfreie Schulter. Training dafür: Rudern, Schulterdrücken, Y-T-W.
- Schulterdach-Band
- Ein Band zwischen Rabenschnabelfortsatz und Schulterdach. Zusammen mit dem Knochen bildet es das Dach über den Sehnen der Rotatorenmanschette.
- Schultereckgelenk (AC-Gelenk)
- Das kleine Gelenk oben auf der Schulter zwischen Schlüsselbein und Schulterdach. Hier reißt es beim Sturz auf die Schulter, hier sitzt die AC-Arthrose.
- Sehnenscheide der langen Bizepssehne
- Die Hülle der langen Bizepssehne in ihrer Knochenrinne vorn am Oberarm. Ein Band darüber hält die Sehne in der Rinne.
- Untergrätenmuskel
- Der kräftigste Außenrotator der Schulter, Teil der Rotatorenmanschette auf der Rückseite des Schulterblatts. Ursprung: Grube unterhalb der Schulterblattgräte (Fossa infraspinata) Ansatz: Oberarmkopf, mittlere Facette des Tuberculum majus Funktion: Arm nach außen drehen, Oberarmkopf stabilisieren Nerv: N. suprascapularis Außenrotation mit Band oder am Kabelzug gehört bei uns in fast jedes Schulterprogramm. Ein kräftiger Untergrätenmuskel zieht den Oberarmkopf beim Heben nach unten und schafft Platz.
- Unterschulterblattmuskel
- Der Innenrotator der Rotatorenmanschette. Er liegt auf der Vorderseite des Schulterblatts, zwischen Schulterblatt und Brustkorb. Ursprung: Vorderseite des Schulterblatts (Fossa subscapularis) Ansatz: Kleiner Höcker des Oberarms (Tuberculum minus) Funktion: Arm nach innen drehen, Schultergelenk von vorn sichern Nerv: Nn. subscapulares
- Vorderer Sägemuskel
- Zieht wie Finger von den Rippen zum Schulterblatt. Er hält das Schulterblatt am Brustkorb und dreht es beim Heben des Arms nach oben. Ursprung: 1. bis 9. Rippe, seitlich am Brustkorb Ansatz: Innenrand des Schulterblatts Funktion: Schulterblatt nach vorn schieben und nach oben drehen Nerv: N. thoracicus longus Ohne ihn geht der Arm nicht sauber über Kopf. Liegestütz mit dem letzten Stück Herausschieben und Schulterdrücken fordern ihn.
Nacken 13 Strukturen
- Armnervengeflecht
- Aus den Nervenwurzeln C5 bis Th1 entsteht ein Geflecht zwischen Hals und Achsel, aus dem alle Armnerven hervorgehen.
- Atlas und Axis (oberste Halswirbel)
- Der Atlas trägt den Kopf, der Axis hat einen Zapfen, um den sich der Atlas dreht. Hier geschieht ein großer Teil jeder Kopfdrehung.
- Halbdornmuskel des Kopfes
- Der dicke Längsstrang neben der Halswirbelsäule, gut tastbar am Übergang zum Hinterkopf. Ursprung: Querfortsätze der oberen Brust- und unteren Halswirbel Ansatz: Hinterhaupt Funktion: Kopf strecken Nerv: Hintere Äste der Halsnerven
- Halswirbel
- Sieben Wirbel, klein und sehr beweglich. Der erste (Atlas) trägt den Kopf, um den zweiten (Axis) dreht er sich. Abnutzung an den Halswirbeln sieht man im Röntgenbild bei fast jedem über 50, mit und ohne Schmerzen. Das Bild ist nicht der Nacken.
- Kapuzenmuskel (Trapezius)
- Der große Rautenmuskel zwischen Hinterkopf, Schultern und Brustwirbelsäule. Oberer, mittlerer und unterer Teil arbeiten unterschiedlich. Ursprung: Hinterhaupt, Nackenband, Dornfortsätze der Hals- und Brustwirbel Ansatz: Schlüsselbein, Schulterhöhe, Schulterblattgräte Funktion: Oberer Teil: Schulter heben; mittlerer Teil: Schulterblatt zurückziehen; unterer Teil: Schulterblatt nach unten ziehen und beim Armheben drehen Nerv: N. accessorius Der „verspannte Nacken“ sitzt hier. Fester Druck tut gut, hält aber nicht lange. Länger hält Kraft: Rudern, Schulterheben, Y-T-W.
- Kopfwender
- Der schräge Strang vorn am Hals, vom Brustbein und Schlüsselbein zum Knochen hinter dem Ohr. Ursprung: Brustbein und Schlüsselbein Ansatz: Warzenfortsatz hinter dem Ohr Funktion: Kopf zur Gegenseite drehen, zur gleichen Seite neigen, beide zusammen: Kopf nach vorn Nerv: N. accessorius
- Lymphstämme an Hals und Schlüsselbein
- Halsstamm und Schlüsselbeinstamm bringen die Lymphe aus Kopf und Arm zu den Venenwinkeln, wo sie ins Blut zurückfließt.
- Nackenband
- Eine Bindegewebsplatte in der Mitte des Nackens vom Hinterkopf bis zum siebten Halswirbel. Viele Nackenmuskeln haben hier ihren Anker.
- Rechter Hauptlymphgang
- Kurzer Sammelgang rechts am Hals. Er nimmt die Lymphe aus dem rechten Arm, der rechten Kopf- und Halsseite und der rechten Brustkorbhälfte auf und mündet im rechten Venenwinkel.
- Riemenmuskeln
- Liegen hinten am Hals unter dem Kapuzenmuskel und strecken und drehen den Kopf. Ursprung: Nackenband, Dornfortsätze der unteren Hals- und oberen Brustwirbel Ansatz: Hinterhaupt, Warzenfortsatz, obere Halswirbel Funktion: Kopf und Hals strecken, zur gleichen Seite drehen Nerv: Hintere Äste der Halsnerven
- Schulterblattheber
- Zieht von der oberen Halswirbelsäule zum oberen Winkel des Schulterblatts. Ein typischer Ort für Nackenschmerz. Ursprung: Querfortsätze 1. bis 4. Halswirbel Ansatz: Oberer Winkel des Schulterblatts Funktion: Schulterblatt heben, Hals zur Seite neigen Nerv: N. dorsalis scapulae
- Tiefe Halsbeuger
- Liegen direkt vorn auf der Halswirbelsäule und halten sie wie ein Korsett von vorn. Ursprung: Wirbelkörper und Querfortsätze der Hals- und oberen Brustwirbel Ansatz: Hinterhaupt und Halswirbel Funktion: Kopf nicken, Halswirbelsäule stabilisieren Nerv: Äste der Halsnerven Bei Nackenschmerz oft schwach. Die einfache Probe: auf dem Rücken liegen, Kinn leicht einziehen, Kopf zwei Zentimeter anheben und halten.
- Treppenmuskeln
- Drei Muskeln seitlich am Hals. Zwischen dem vorderen und mittleren laufen die Nerven für den Arm hindurch. Ursprung: Querfortsätze der Halswirbel Ansatz: 1. und 2. Rippe Funktion: Hals zur Seite neigen, obere Rippen heben (Atemhilfsmuskeln) Nerv: Äste der Halsnerven
Rücken 22 Strukturen
- Bandscheibe
- Der Puffer zwischen zwei Wirbelkörpern: ein fester Faserring außen, ein weicher Gallertkern innen. Sie lebt von Bewegung, denn Blutgefäße hat sie keine. Ein Bandscheibenvorfall heilt in den meisten Fällen ohne Operation, oft bildet sich der Vorfall selbst zurück. Bewegung im schmerzarmen Bereich ist besser als Bettruhe.
- Breiter Rückenmuskel (Latissimus)
- Der größte Muskel des Oberkörpers. Er spannt sich vom Becken und der Lendenwirbelsäule bis zum Oberarm. Ursprung: Dornfortsätze der unteren Brust- und Lendenwirbel, Fascia thoracolumbalis, Darmbeinkamm, untere Rippen Ansatz: Vorderseite des Oberarms (Crista tuberculi minoris) Funktion: Arm nach unten und hinten ziehen, nach innen drehen; beim Klimmzug zieht er den Körper hoch Nerv: N. thoracodorsalis Er verbindet Arm und Rücken über die Rückenfaszie. Rudern und Latzug gehören bei uns zu den häufigsten Übungen überhaupt.
- Brustwirbel
- Zwölf Wirbel, an jedem hängt ein Rippenpaar. Die Brustwirbelsäule ist dadurch steifer als Hals und Lende. Bei Osteoporose brechen Brustwirbel oft unbemerkt ein. Kräftige Rückenstrecker schützen.
- Bänder zwischen den Dornfortsätzen
- Sie verbinden die Dornfortsätze, die Knochenzacken, die Sie hinten in der Mitte des Rückens tasten, und bremsen das Vorbeugen.
- Cauda equina (Pferdeschweif)
- Am ersten bis zweiten Lendenwirbel endet das Rückenmark. Darunter laufen nur noch Nervenwurzeln im Wirbelkanal nach unten, gebündelt wie ein Pferdeschweif. Sie versorgen Beine, Blase und Darm.
- Darmbein-Lenden-Band
- Ein kurzes, kräftiges Band vom fünften Lendenwirbel zum Beckenkamm. Es hält den untersten Lendenwirbel am Becken fest.
- Gallertkern der Bandscheibe (Nucleus pulposus)
- Der weiche, wasserreiche Kern in der Mitte jeder Bandscheibe, umschlossen vom festen Faserring. Er verteilt den Druck auf die Wirbel.
- Gelbe Bänder (Ligamenta flava)
- Elastische Bänder zwischen den Wirbelbögen, hinten im Wirbelkanal. Mit den Jahren können sie dicker werden und den Kanal enger machen.
- Harte Rückenmarkshaut (Dura)
- Ein fester Schlauch im Wirbelkanal. Er umhüllt Rückenmark und Nervenwurzeln samt Nervenwasser und reicht bis ins Kreuzbein.
- Ischiasnerv
- Der dickste Nerv des Körpers, fast so dick wie ein Daumen. Er kommt aus den unteren Lenden- und Kreuzbeinwurzeln und versorgt die Beinrückseite und den ganzen Unterschenkel. „Ischias“ heißt: Der Schmerz zieht ins Bein. Meist ist eine Nervenwurzel an der Lendenwirbelsäule gereizt. Bewegen im erträglichen Bereich hilft mehr als Schonen. Taubheit im Schritt oder Lähmung: sofort zum Arzt.
- Kreuzbein
- Fünf verschmolzene Wirbel, eingekeilt zwischen den Beckenschaufeln. Die Iliosakralgelenke bewegen sich nur wenige Millimeter.
- Kreuzdarmbeingelenk (ISG)
- Verbindet Kreuzbein und Becken, bewegt sich nur wenige Millimeter. Gereizt schmerzt es tief im Gesäß, manchmal bis in den Oberschenkel.
- Lendenwirbel
- Fünf große, kräftige Wirbel. Sie tragen das meiste Gewicht des Oberkörpers. Das Wort „Verschleiß“ macht mehr Angst als nötig. Veränderungen an der Lendenwirbelsäule sind so normal wie graue Haare und erklären Schmerzen oft nicht.
- Längsbänder der Wirbelsäule
- Zwei lange Bänder vorn und hinten an Wirbelkörpern und Bandscheiben. Das hintere liegt direkt vor dem Wirbelkanal, deshalb treten Bandscheibenvorfälle meist seitlich davon aus.
- Nervenwurzel
- Hier verlässt der Nerv den Wirbelkanal, direkt hinter der Bandscheibe. Gereizt, schickt sie Schmerz, Kribbeln oder Taubheit entlang des Nervs bis in Bein und Fuß.
- Quadratischer Lendenmuskel
- Spannt sich zwischen Darmbeinkamm, unterster Rippe und den Lendenwirbeln. Er hält das Becken beim Gehen waagerecht. Ursprung: Darmbeinkamm Ansatz: 12. Rippe, Querfortsätze der Lendenwirbel 1 bis 4 Funktion: Rumpf zur Seite neigen, Becken anheben Nerv: Äste von Th12 bis L4 Einseitiges Tragen (Koffer, Einkaufstasche) ist die einfachste Übung für ihn.
- Rautenmuskeln
- Zwei flache Muskeln zwischen Wirbelsäule und Schulterblatt, unter dem Kapuzenmuskel. Ursprung: Dornfortsätze 6. Halswirbel bis 4. Brustwirbel Ansatz: Innenrand des Schulterblatts Funktion: Schulterblatt zur Wirbelsäule ziehen und festhalten Nerv: N. dorsalis scapulae Das Ziehen „zwischen den Schulterblättern“ bei viel Sitzen. Rudern am Gerät oder mit Band ist hier die erste Wahl.
- Rückenfaszie (Fascia thoracolumbalis)
- Eine kräftige Bindegewebsplatte im unteren Rücken. Rückenstrecker, breiter Rückenmuskel, Gesäß- und Bauchmuskeln sind hier eingespannt.
- Rückenmark
- Läuft geschützt im Wirbelkanal vom Gehirn bis etwa zum ersten Lendenwirbel. Darunter gehen nur noch Nervenwurzeln weiter.
- Rückenstrecker
- Die langen Muskelstränge links und rechts der Wirbelsäule, vom Becken bis zum Kopf. Sie halten uns aufrecht. Ursprung: Kreuzbein, Darmbeinkamm, Dorn- und Querfortsätze Ansatz: Rippen, Querfortsätze, Hinterhaupt Funktion: Wirbelsäule strecken, zur Seite neigen, beim Heben das Becken und die Wirbelsäule halten Nerv: Hintere Äste der Spinalnerven Hier sitzt der Hexenschuss häufig fest. Der Muskel verkrampft schützend, kaputt ist meist nichts. Bewegen statt Liegen, dann Kraft am Rückenstrecker-Gerät und beim Kreuzheben.
- Steißbein
- Der Rest unseres Schwanzes, drei bis fünf kleine verschmolzene Wirbel.
- Vielgespaltener Muskel (Multifidus)
- Viele kurze Muskelbündel tief an der Wirbelsäule, je über zwei bis vier Wirbel. Am kräftigsten an der Lendenwirbelsäule. Ursprung: Kreuzbein, Querfortsätze Ansatz: Dornfortsätze zwei bis vier Wirbel weiter oben Funktion: Wirbelsäule strecken und Segment für Segment stabilisieren Nerv: Hintere Äste der Spinalnerven Bei länger anhaltendem Kreuzschmerz ist er im MRT oft kleiner und fettreicher. Gute Nachricht: Er wächst mit Training wieder, zum Beispiel am Rückenstrecker.
Rumpf und Bauch 14 Strukturen
- Brustbein
- Der flache Knochen vorn in der Brustmitte. An ihm hängen die Rippenknorpel und das Schlüsselbein.
- Gerader Bauchmuskel
- Der „Sixpack“: zwei Stränge vom Brustkorb zum Schambein, durch Sehnenstreifen in Felder geteilt. Ursprung: Schambein Ansatz: 5. bis 7. Rippenknorpel, Schwertfortsatz Funktion: Rumpf beugen, Becken aufrichten, Bauchdruck Nerv: Zwischenrippennerven (Th5 bis Th12)
- Herz
- Ein Hohlmuskel, etwa so groß wie eine Faust. Er pumpt in Ruhe rund fünf Liter Blut pro Minute. Ausdauer- und Krafttraining sind für das Herz wie für die Muskeln: Sie werden besser mit regelmäßiger Belastung.
- Innerer schräger Bauchmuskel
- Liegt unter dem äußeren schrägen Bauchmuskel, die Fasern laufen quer dazu. Ursprung: Fascia thoracolumbalis, Darmbeinkamm, Leistenband Ansatz: Untere Rippen, Bauchmittellinie Funktion: Rumpf zur gleichen Seite drehen und neigen Nerv: Zwischenrippennerven, N. iliohypogastricus
- Leber
- Das größte innere Organ, rechts unter dem Zwerchfell. Sie speichert Energie und baut Stoffe ab.
- Lunge
- Zwei Lungenflügel, rechts mit drei, links mit zwei Lappen, um Platz für das Herz zu lassen.
- Lymphknoten
- Filterstationen der Lymphe, im Körper etwa 600 bis 700, gehäuft am Hals, in der Achsel, in der Leiste und im Bauch. Hier prüft das Immunsystem, was mit der Lymphe ankommt. Bei der Lymphdrainage regen wir zuerst die Lymphknotengruppen an, in die das gestaute Gebiet abfließt, zum Beispiel die Leiste beim Bein.
- Magen
- Liegt links unter dem Zwerchfell und fasst rund anderthalb Liter.
- Milchbrustgang (Ductus thoracicus)
- Das größte Lymphgefäß. Es beginnt in der Cisterna chyli vor der Lendenwirbelsäule, sammelt die Lymphe aus Beinen, Becken, Bauch und der linken Körperhälfte und gibt sie im linken Venenwinkel am Hals ins Blut zurück. Zwei bis vier Liter am Tag. Bei der Lymphdrainage beginnen wir deshalb am Hals über den Venenwinkeln: erst die Mündung frei machen, dann von der Körpermitte zu Arm oder Bein arbeiten.
- Niere
- Zwei bohnenförmige Organe neben der Wirbelsäule auf Höhe der unteren Rippen. Nierenschmerz wird manchmal für Rückenschmerz gehalten.
- Querer Bauchmuskel
- Die tiefste Schicht der Bauchwand, wie ein Gürtel um den Bauch. Ursprung: Innenseite der unteren Rippen, Fascia thoracolumbalis, Darmbeinkamm Ansatz: Bauchmittellinie Funktion: Bauch einziehen, Bauchdruck aufbauen Nerv: Zwischenrippennerven Lange galt er als Schlüssel gegen Rückenschmerz. Die Forschung sieht das heute nüchterner: Gezieltes „Anspannen“ ist nicht besser als normales Krafttraining für den ganzen Rumpf.
- Rippe
- Zwölf Paare, sie schützen Herz und Lunge und bewegen sich bei jedem Atemzug mit.
- Zwerchfell
- Die Kuppel zwischen Brust- und Bauchraum und der wichtigste Atemmuskel. Ursprung: Brustbein, untere Rippen, Lendenwirbel Ansatz: Zentrale Sehnenplatte (Centrum tendineum) Funktion: Einatmen, Bauchdruck beim Heben Nerv: N. phrenicus
- Äußerer schräger Bauchmuskel
- Die äußerste Schicht der seitlichen Bauchwand. Seine Fasern laufen wie Hände in den Hosentaschen. Ursprung: Außenseite der 5. bis 12. Rippe Ansatz: Darmbeinkamm, Leistenband, Bauchmittellinie Funktion: Rumpf zur Gegenseite drehen, zur gleichen Seite neigen, beugen Nerv: Zwischenrippennerven
Arm und Hand 16 Strukturen
- Daumensattelgelenk (großes Vieleckbein und erster Mittelhandknochen)
- Das Gelenk an der Daumenwurzel. Zwei sattelförmige Gelenkflächen greifen ineinander, so kann der Daumen kreisen und sich jedem Finger gegenüberstellen.
- Dreiköpfiger Oberarmmuskel (Trizeps)
- Der einzige Strecker des Ellbogens. Er macht rund zwei Drittel der Masse des Oberarms aus. Ursprung: Langer Kopf: unterhalb der Schulterpfanne; seitlicher und innerer Kopf: Rückseite des Oberarms Ansatz: Ellenhaken (Olecranon) Funktion: Ellbogen strecken; der lange Kopf zieht den Arm nach hinten Nerv: N. radialis
- Elle
- Der Unterarmknochen auf der Kleinfingerseite, mit dem Ellenhaken als Spitze des Ellbogens.
- Ellennerv (Ulnaris)
- Der „Musikantenknochen“: Er läuft ungeschützt hinter dem inneren Ellbogenknorren und versorgt den kleinen Finger.
- Handbeuger
- Die Muskeln auf der Innenseite des Unterarms. Sie beugen Handgelenk und Finger und machen die Griffkraft. Ursprung: Innerer Oberarmknorren (Epicondylus medialis), Elle und Speiche Ansatz: Handwurzel, Mittelhand und Finger Funktion: Handgelenk und Finger beugen, greifen Nerv: N. medianus, N. ulnaris Griffkraft ist einer der besten einfachen Messwerte für die Kraft des ganzen Körpers, gerade im Alter. Wir messen sie und trainieren sie mit.
- Handstrecker
- Die Muskeln auf der Oberseite des Unterarms. Sie strecken Handgelenk und Finger und entspringen gemeinsam am äußeren Ellbogen. Ursprung: Äußerer Oberarmknorren (Epicondylus lateralis) Ansatz: Mittelhandknochen und Finger Funktion: Handgelenk und Finger strecken, beim Greifen das Handgelenk halten Nerv: N. radialis Hier sitzt der „Tennisarm“. Die Sehne am äußeren Ellbogen reagiert auf zu viel und zu ungewohnte Last. Langsames Bremsen mit der Hantel und Greifen mit dosierter Kraft sind der Weg zurück.
- Karpalband (Retinaculum flexorum)
- Ein straffes Querband über den Handwurzelknochen. Es ist das Dach des Karpaltunnels, durch den der Mittelnerv und neun Beugesehnen zur Hand ziehen.
- Lymphgefäße des Arms
- Die oberflächlichen Lymphgefäße begleiten Kopf- und Basilikavene vom Handrücken bis zu den Lymphknoten in der Achsel. Werden bei einer Brustkrebs-Operation Achsellymphknoten entfernt, kann sich im Arm Lymphe stauen. Lymphdrainage, Kompression und Krafttraining mit langsam steigender Last sind dann die Behandlung, Kraft ist ausdrücklich erlaubt.
- Mittelnerv (Medianus)
- Läuft durch den Karpaltunnel ins Handgelenk und versorgt Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Eingeengt macht er das Karpaltunnelsyndrom.
- Oberarm-Speichen-Muskel
- Der Wulst an der Daumenseite des Unterarms. Beugt den Ellbogen, besonders in Mittelstellung wie beim Hammergriff. Ursprung: Außenkante des Oberarms oberhalb des Ellbogens Ansatz: Speiche, nahe dem Handgelenk Funktion: Ellbogen beugen Nerv: N. radialis
- Oberarmknochen
- Der lange Knochen des Oberarms. Sein Kopf bildet mit der Schulterpfanne das beweglichste Gelenk des Körpers.
- Oberarmmuskel
- Liegt unter dem Bizeps und ist der eigentliche Hauptbeuger des Ellbogens, egal wie der Unterarm gedreht ist. Ursprung: Vorderseite der unteren Oberarmhälfte Ansatz: Elle (Tuberositas ulnae) Funktion: Ellbogen beugen Nerv: N. musculocutaneus
- Sehnenscheide am Daumen (erstes Strecksehnenfach)
- Die gemeinsame Gleithülle von langem Daumenabspreizer und kurzem Daumenstrecker. Sie zieht an der Daumenseite des Handgelenks unter einem Halteband über den Knochenvorsprung der Speiche.
- Speiche
- Der Unterarmknochen auf der Daumenseite. Er dreht sich um die Elle, wenn wir den Unterarm drehen.
- Speichennerv (Radialis)
- Windet sich um den Oberarm und versorgt alle Strecker von Arm, Hand und Fingern.
- Zweiköpfiger Oberarmmuskel (Bizeps)
- Beugt den Ellbogen und dreht den Unterarm nach außen. Die Sehne des langen Kopfes läuft durch das Schultergelenk. Ursprung: Langer Kopf: oberhalb der Schulterpfanne; kurzer Kopf: Rabenschnabelfortsatz Ansatz: Speiche (Tuberositas radii) Funktion: Ellbogen beugen, Unterarm nach außen drehen, beim Heben des Arms nach vorn helfen Nerv: N. musculocutaneus Schmerz vorn an der Schulter kommt häufig von der langen Bizepssehne. Auch sie mag dosierte Last lieber als Ruhe.
Hüfte und Gesäß 14 Strukturen
- Adduktoren
- Die Muskelgruppe auf der Innenseite des Oberschenkels. Sie ziehen das Bein zur Mitte. Ursprung: Schambein und Sitzbein Ansatz: Innenseite des Oberschenkels, Gracilis bis unters Knie Funktion: Bein heranführen; der große Adduktor hilft bei der Hüftstreckung Nerv: N. obturatorius Der große Adduktor arbeitet in der tiefen Kniebeuge kräftig mit. Leistenschmerz im Sport kommt oft von hier.
- Beckenlymphgefäße und Lendenstämme
- Von der Leiste laufen die Lymphgefäße neben den Hüftvenen ins Becken und als Lendenstämme zur Cisterna chyli, dem Anfang des Milchbrustgangs.
- Birnenförmiger Muskel (Piriformis)
- Ein tiefer Außenrotator der Hüfte. Der Ischiasnerv läuft direkt unter ihm hindurch. Ursprung: Vorderseite des Kreuzbeins Ansatz: Spitze des großen Rollhügels Funktion: Hüfte nach außen drehen Nerv: N. musculi piriformis „Piriformis-Syndrom“ wird oft gesagt und selten bewiesen. Häufiger kommt Gesäßschmerz aus dem Rücken oder der Hüfte selbst.
- Gelenklippe der Hüfte (Labrum)
- Ein Ring aus Faserknorpel am Rand der Hüftpfanne. Er vertieft die Pfanne, dichtet das Gelenk ab wie ein Gummiring und hat Nervenfasern.
- Großer Gesäßmuskel
- Der größte Muskel des Körpers. Er streckt die Hüfte beim Aufstehen, Treppensteigen und Springen. Ursprung: Hinterer Beckenkamm, Kreuzbein, Steißbein, Fascia thoracolumbalis Ansatz: Oberschenkel (Tuberositas glutea) und Tractus iliotibialis Funktion: Hüfte strecken und nach außen drehen Nerv: N. gluteus inferior Wer gut aus dem Stuhl hochkommt, hat meist einen kräftigen Gesäßmuskel. Beinpresse, Kniebeuge, Kreuzheben und Rückenstrecker fordern ihn.
- Hüftbein (Becken)
- Aus Darmbein, Sitzbein und Schambein zusammengewachsen. Die Hüftpfanne trägt den Oberschenkelkopf.
- Hüftbeuger (Iliopsoas)
- Der kräftigste Hüftbeuger. Der große Lendenmuskel kommt von der Lendenwirbelsäule, der Darmbeinmuskel aus der Beckenschaufel. Ursprung: Wirbelkörper und Querfortsätze der Lendenwirbel, Innenseite der Beckenschaufel Ansatz: Kleiner Rollhügel des Oberschenkels (Trochanter minor) Funktion: Hüfte beugen, Bein nach vorn bringen, Rumpf aus dem Liegen aufrichten Nerv: N. femoralis, Äste von L1 bis L3 Ob ein „verkürzter Hüftbeuger“ Rückenschmerz macht, ist nicht belegt. Kraft im Hüftbeuger ist dagegen wichtig für Gehen, Treppe und Sturzvorbeugung.
- Hüftgelenkkapsel
- Umschließt das Hüftgelenk. Schmerz aus der Hüfte sitzt meist in der Leiste und kann bis zum Knie ziehen.
- Kleiner Gesäßmuskel
- Liegt unter dem mittleren Gesäßmuskel und hilft ihm, das Becken zu halten. Ursprung: Außenfläche der Beckenschaufel Ansatz: Großer Rollhügel Funktion: Bein abspreizen, Becken stabilisieren Nerv: N. gluteus superior
- Mittlerer Gesäßmuskel
- Sitzt seitlich an der Hüfte. Er hält das Becken waagerecht, wenn wir auf einem Bein stehen, also bei jedem Schritt. Ursprung: Außenfläche der Beckenschaufel Ansatz: Großer Rollhügel (Trochanter major) Funktion: Bein abspreizen, Becken im Einbeinstand halten Nerv: N. gluteus superior Schwäche hier zeigt sich als Hüftkippen beim Gehen. Wichtig bei Hüftarthrose, nach Hüft-OP und für die Sturzvorbeugung. Seitliches Beinheben und Einbeinstand trainieren ihn.
- Oberschenkelknochen
- Der längste und stärkste Knochen des Körpers. Beim Springen hält er ein Vielfaches des Körpergewichts aus. Der Schenkelhals ist die typische Bruchstelle bei Osteoporose. Krafttraining und Sprünge stärken den Knochen, Gleichgewichtstraining verhindert den Sturz.
- Oberschenkelnerv
- Versorgt den Quadrizeps und die Haut vorn am Oberschenkel. Er kommt aus den Wurzeln L2 bis L4.
- Schenkelbindenspanner
- Kleiner Muskel vorn seitlich an der Hüfte, der in den Tractus iliotibialis übergeht. Ursprung: Vorderer oberer Darmbeinstachel Ansatz: Tractus iliotibialis Funktion: Hüfte beugen und abspreizen Nerv: N. gluteus superior
- Schleimbeutel am großen Rollhügel
- Kleine Gleitkissen außen an der Hüfte, zwischen Rollhügel, Gesäßsehnen und Faszie. Gereizt sind meist die Sehnen, seltener die Schleimbeutel allein.
Oberschenkel und Knie 25 Strukturen
- Fettkörper unter der Kniescheibe (Hoffa)
- Ein Fettpolster zwischen Kniescheibenband und Gelenk. Er ist reich an Nervenfasern und kann bei Reizung vorn im Knie deutlich weh tun.
- Gerader Schenkelmuskel
- Der einzige Kopf des Quadrizeps, der über zwei Gelenke zieht: Er beugt die Hüfte und streckt das Knie. Ursprung: Vorderer unterer Darmbeinstachel Ansatz: Über Kniescheibe und Kniescheibenband am Schienbein Funktion: Knie strecken, Hüfte beugen Nerv: N. femoralis
- Halbsehnenmuskel
- Innerer Beinbeuger mit langer, dünner Sehne. Sie wird oft als Ersatz bei einer Kreuzband-OP genommen. Ursprung: Sitzbeinhöcker Ansatz: Innenseite des Schienbeins (Pes anserinus) Funktion: Knie beugen, Hüfte strecken, Unterschenkel nach innen drehen Nerv: N. ischiadicus Nach einer Kreuzband-OP mit Semitendinosus-Sehne braucht der Beinbeuger besonders lange gezielte Kraft.
- Haltebänder der Kniescheibe (Retinacula)
- Zwei flache Faserplatten links und rechts der Kniescheibe. Sie führen die Kniescheibe in ihrer Rinne und sind gut mit Nerven versorgt.
- Hinteres Kreuzband
- Das kräftigere der beiden Kreuzbänder. Es verhindert, dass das Schienbein nach hinten rutscht.
- Innenband des Knies
- Ein breites, flaches Band innen am Knie, vom Oberschenkel bis unter den Gelenkspalt. Es verhindert, dass das Knie nach innen einknickt. Der tiefe Anteil ist mit dem Innenmeniskus verwachsen.
- Innerer Schenkelmuskel
- Der „Tropfen“ innen über dem Knie. Nach Knie-OPs ist er oft als Erstes schwach und sichtbar kleiner. Ursprung: Innenlippe der Linea aspera Ansatz: Über die Kniescheibe am Schienbein Funktion: Knie strecken, die Kniescheibe führen Nerv: N. femoralis Nach einer Knie-OP gehen in den ersten Wochen ein Drittel bis die Hälfte der Kraft im Quadrizeps verloren. Früh anfangen lohnt sich: Beinstrecker und Beinpresse, dosiert.
- Kniegelenkkapsel
- Umhüllt das Kniegelenk. Ihre Innenhaut, die Gelenkschleimhaut, bildet die Gelenkflüssigkeit und meldet sich, wenn das Knie gereizt ist.
- Kniekehlenmuskel
- Ein kleiner Muskel in der Kniekehle. Er „entriegelt“ das gestreckte Knie, damit es sich beugen kann. Ursprung: Außenseite der Oberschenkelrolle Ansatz: Rückseite des Schienbeins Funktion: Unterschenkel nach innen drehen, Knie entriegeln Nerv: N. tibialis
- Kniescheibe
- Der größte Sesambeinknochen. Er liegt in der Sehne des Quadrizeps und verlängert seinen Hebel. Schmerz hinter oder unter der Kniescheibe ist sehr häufig und meist gut trainierbar. Der Quadrizeps ist der Schlüssel.
- Kniescheibenband (Patellasehne)
- Verbindet die Kniescheibe mit dem Schienbein und überträgt die ganze Kraft des Quadrizeps. Der „Springerknie“-Schmerz direkt unter der Kniescheibe. Langsame, schwere Belastung (Beinstrecker, Kniebeuge) ist die beste Therapie.
- Lymphgefäße des Beins
- Die oberflächlichen Lymphgefäße laufen als Bündel an der Innenseite des Beins nach oben zu den Leistenlymphknoten, kleinere von der Wade zur Kniekehle. Tiefe Gefäße begleiten die Oberschenkelvene. Nach Knie- oder Hüft-OP und beim Lymphödem staut es sich hier. Lymphdrainage schiebt die Lymphe Richtung Leiste, und jede Bewegung der Wadenmuskeln pumpt mit. Deshalb gehören Bewegung und Kompression immer dazu.
- Meniskus
- Zwei Knorpelscheiben im Knie, innen und außen. Sie verteilen die Last zwischen Oberschenkel und Schienbein. Meniskusrisse ohne Blockade werden heute meist erst mit Training behandelt. Die Ergebnisse sind ähnlich gut wie nach einer Spiegelung.
- Mittlerer Schenkelmuskel
- Der tiefe Kopf des Quadrizeps, direkt auf dem Oberschenkelknochen. Ursprung: Vorderseite des Oberschenkelknochens Ansatz: Über die Kniescheibe am Schienbein Funktion: Knie strecken Nerv: N. femoralis
- Oberer Rezessus (Bursa suprapatellaris)
- Eine Ausstülpung der Kniegelenkkapsel über der Kniescheibe. Hier sammelt sich die Flüssigkeit, wenn das Knie dick wird.
- Oberschenkel- und Kniekehlenarterie
- Bringt das Blut ins Bein. Ist sie verengt, schmerzt die Wade beim Gehen und hört nach kurzem Stehenbleiben auf (Schaufensterkrankheit).
- Plattsehnenmuskel
- Liegt unter dem Halbsehnenmuskel, kräftiger innerer Beinbeuger. Ursprung: Sitzbeinhöcker Ansatz: Innenseite des Schienbeinkopfes, Kniegelenkkapsel Funktion: Knie beugen, Hüfte strecken Nerv: N. ischiadicus
- Schienbein
- Der tragende Knochen des Unterschenkels. Seine Vorderkante liegt direkt unter der Haut.
- Schneidermuskel
- Der längste Muskel des Körpers. Er zieht schräg über den Oberschenkel bis an die Innenseite des Knies. Ursprung: Vorderer oberer Darmbeinstachel Ansatz: Innenseite des Schienbeins (Pes anserinus) Funktion: Hüfte beugen und nach außen drehen, Knie beugen (Schneidersitz) Nerv: N. femoralis
- Seitenband des Knies
- Innen und außen am Knie, sie sichern das Gelenk gegen seitliches Aufklappen.
- Tiefe Beinvene
- Führt das Blut aus dem Bein zurück. Ein Gerinnsel hier (Thrombose) macht die Wade dick, warm und gespannt: sofort zum Arzt.
- Tractus iliotibialis
- Ein breiter Sehnenstreifen außen am Oberschenkel, vom Becken bis unter das Knie. Er lässt sich nicht „lockerrollen“, dafür ist er zu fest. Schmerz außen am Knie beim Laufen bessert sich mit angepasster Laufmenge und Kraft für Hüfte und Bein.
- Vorderes Kreuzband
- Hält das Schienbein davon ab, unter dem Oberschenkel nach vorn zu rutschen. Reißt typischerweise beim Abstoppen und Drehen. Ob mit oder ohne OP: Das Training danach dauert Monate. Kraft und Sprungtests entscheiden, wann der Sport wieder geht, nicht der Kalender.
- Zweiköpfiger Schenkelmuskel
- Der äußere Beinbeuger. Der lange Kopf zieht über Hüfte und Knie, der kurze nur über das Knie. Ursprung: Langer Kopf: Sitzbeinhöcker; kurzer Kopf: Rückseite des Oberschenkels Ansatz: Wadenbeinköpfchen Funktion: Knie beugen, Hüfte strecken (langer Kopf), Unterschenkel nach außen drehen Nerv: N. ischiadicus Der häufigste Ort für Zerrungen im Sprint. Langsames Bremsen (Nordic, Beinbeuger mit langer Ablassphase) senkt das Risiko deutlich.
- Äußerer Schenkelmuskel
- Der größte Kopf des Quadrizeps, außen am Oberschenkel. Ursprung: Großer Rollhügel, Außenlippe der Linea aspera Ansatz: Über die Kniescheibe am Schienbein Funktion: Knie strecken Nerv: N. femoralis
Unterschenkel und Fuß 20 Strukturen
- Achillessehne
- Die stärkste Sehne des Körpers, gebildet von Zwillingswadenmuskel und Schollenmuskel. Sehnen mögen keine Ruhe, sondern regelmäßige, langsam steigende Last. Wadenheben, schwer und langsam, ist der Standard.
- Fersenbein
- Der größte Fußknochen. Hier setzen Achillessehne und die Sehnenplatte der Fußsohle an.
- Großzehe mit Sesambeinen
- Die zwei Glieder der Großzehe und darunter zwei erbsengroße Sesambeine. Die Sesambeine liegen in Sehnen unter dem Großzehengrundgelenk und wirken wie kleine Kugellager.
- Hinterer Schienbeinmuskel
- Tief in der Wade. Seine Sehne läuft hinter dem Innenknöchel zur Fußsohle und trägt das Längsgewölbe. Ursprung: Schienbein, Wadenbein, Membran dazwischen Ansatz: Kahnbein und Fußwurzel Funktion: Fuß strecken und nach innen kanten, Fußgewölbe halten Nerv: N. tibialis
- Kahnbein des Fußes
- Ein kahnförmiger Fußwurzelknochen auf der Innenseite, der Schlussstein des inneren Fußgewölbes. Hier setzt die Sehne des hinteren Schienbeinmuskels hauptsächlich an.
- Kapseln der Zehengrundgelenke
- Die Gelenkkapseln zwischen Mittelfußköpfchen und Zehen. Am Großzeh wird die Kapsel beim Hallux valgus innen gedehnt und gereizt.
- Mittelfußknochen
- Fünf lange Knochen zwischen Fußwurzel und Zehen. Ihre Köpfchen bilden den Fußballen, auf dem Sie beim Abrollen stehen.
- Nerven der Fußsohle und Zehennerven
- Zwei Äste des Schienbeinnervs ziehen unter der Fußsohle nach vorn. Zwischen den Mittelfußköpfchen teilen sie sich in die Zehennerven, die das Gefühl an den Zehen liefern.
- Pfannenband (Spring-Ligament)
- Ein kräftiges Band unter dem inneren Fußgewölbe zwischen Fersenbein und Kahnbein. Es trägt den Kopf des Sprungbeins wie eine Hängematte und arbeitet eng mit der Tibialis-posterior-Sehne zusammen.
- Schienbeinnerv
- Fortsetzung des Ischiasnervs hinten durch die Kniekehle in Wade und Fußsohle. Hierhin zieht der Schmerz bei einer gereizten Wurzel S1 oft.
- Schollenmuskel
- Liegt unter dem Zwillingswadenmuskel und trägt beim Gehen und Laufen die größte Last der Wade. Ursprung: Wadenbein und Schienbein (Rückseite) Ansatz: Fersenbein über die Achillessehne Funktion: Fuß strecken, besonders bei gebeugtem Knie Nerv: N. tibialis Beim Laufen trägt er ein Vielfaches des Körpergewichts. Wadenheben mit gebeugtem Knie trainiert ihn gezielt.
- Sehnenplatte der Fußsohle
- Spannt sich vom Fersenbein zu den Zehen und hält das Längsgewölbe wie eine Bogensehne. Der Fersensporn-Schmerz am Morgen. Wadenheben mit hochgestellten Zehen und Geduld helfen den meisten.
- Sehnenscheide des hinteren Schienbeinmuskels
- Die Gleithülle der Tibialis-posterior-Sehne. Sie führt die Sehne hinter dem Innenknöchel um die Kurve zur Fußsohle.
- Sprungbein
- Verbindet Unterschenkel und Fuß im oberen Sprunggelenk. An ihm setzt kein einziger Muskel an.
- Vorderer Schienbeinmuskel
- Vorn neben der Schienbeinkante. Er hebt den Fuß beim Gehen an, damit die Zehen nicht hängen bleiben. Ursprung: Außenfläche des Schienbeins Ansatz: Innerer Keilbein, 1. Mittelfußknochen Funktion: Fuß anheben, nach innen kanten Nerv: N. fibularis profundus Wichtig für die Sturzvorbeugung: Wer den Fuß nicht genug hebt, stolpert an Teppichkanten.
- Wadenbein
- Der dünne Knochen außen am Unterschenkel. Er trägt kaum Gewicht, bildet aber den Außenknöchel.
- Wadenbeinmuskeln
- Außen am Unterschenkel. Ihre Sehnen laufen hinter dem Außenknöchel und sichern ihn gegen Umknicken. Ursprung: Wadenbein Ansatz: Fußsohle und 5. Mittelfußknochen Funktion: Fuß nach außen kanten, strecken Nerv: N. fibularis superficialis Nach dem Umknicken die wichtigsten Muskeln für das Comeback, zusammen mit Gleichgewichtsübungen.
- Wadenbeinnerv
- Zweigt in der Kniekehle vom Ischiasnerv ab, läuft außen um das Wadenbeinköpfchen zu Unterschenkel und Fußrücken. Hierhin zieht der Schmerz bei einer gereizten Wurzel L5 oft.
- Zwillingswadenmuskel
- Die sichtbare Wade mit zwei Köpfen. Er zieht über Knie und Sprunggelenk und geht in die Achillessehne über. Ursprung: Oberhalb der Oberschenkelrollen Ansatz: Fersenbein über die Achillessehne Funktion: Fuß strecken (auf die Zehen), Knie beugen Nerv: N. tibialis Wadenheben an der Stufe ist eine der einfachsten und wichtigsten Übungen für Gehen, Treppe und Gleichgewicht.
- Zwischenknochenmembran des Unterschenkels
- Eine straffe Faserplatte zwischen Schienbein und Wadenbein. Sie hält beide Knochen zusammen und gibt tiefen Wadenmuskeln wie dem hinteren Schienbeinmuskel Fläche zum Ansetzen.
Kopf 2 Strukturen
- Gehirn
- Hier entsteht Schmerz. Das Gehirn bewertet alle Signale aus dem Körper und entscheidet, ob es wehtut. Schmerz ist ein Schutzalarm, kein Schadensmelder. Wer das versteht, bewegt sich mutiger, und das hilft.
- Schädelknochen
- Stirn-, Scheitel-, Hinterhaupts-, Schläfen- und Keilbein bilden die Kapsel um das Gehirn.
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