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Krankheitsbild · Knie

Kniearthrose

Anlaufschmerz, Treppe, Knirschen

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Knie4 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Gesund: glatte Gelenkflächen

Morgens steif, auf der Treppe knirscht es, und im Röntgen steht: Arthrose. Klingt nach Endstation. Ist es aber nicht, gleich sehen Sie, warum. Das ist Ihr rechtes Kniegelenk von der Innenseite. Die Muskeln habe ich ausgeblendet. Die Gelenkflächen sind mit Knorpel überzogen. Glatt, gut geschmiert, mit weniger Reibung als jedes Material, das Menschen bisher gebaut haben. Das Besondere: Knorpel hat keine Blutgefäße. Er wird ernährt, wenn das Gelenk sich bewegt. Wie ein Schwamm, den man ausdrückt und wieder vollsaugen lässt.

Arthrose: der Knorpel wird dünn

Bei Arthrose wird der Knorpel rauer und dünner, meistens zuerst auf der Innenseite. Hier am Oberschenkel. Und gegenüber am Schienbein. Jetzt der wichtigste Satz: Das Röntgenbild zeigt die Abnutzung. Es zeigt nicht, wie weh es tut. Viele mit deutlicher Arthrose haben wenig Schmerzen, und umgekehrt.

Bei uns: untersuchen, testen, ausschließen

Bei uns brauchen wir dafür oft gar kein Röntgenbild. Sind Sie über fünfundvierzig, tut das Knie bei Belastung weh und ist es morgens höchstens eine halbe Stunde steif, dann ist eine Arthrose sehr wahrscheinlich. So steht es auch in der britischen Leitlinie. Ich schaue, wie weit sich das Knie beugt und streckt, wie kräftig der Oberschenkel ist und wie Sie vom Stuhl aufstehen und Treppen gehen. Das sagt mehr über Ihren Alltag als jedes Bild. Ausschließen will ich ein heißes, rotes, plötzlich stark geschwollenes Knie, zum Beispiel durch eine Entzündung oder Gicht. Das gehört zum Arzt. Dann passen wir den Plan gemeinsam an: Spazieren mit dem Hund, Enkel tragen, wieder wandern? Das ist das Ziel, nicht ein schöneres Röntgenbild.

Was hilft

Training macht Arthrose nicht schlimmer, auch nicht für den Knorpel. In allen großen Leitlinien steht es ganz oben, vor Tabletten und Spritzen. Eine Spritze hilft, wenn überhaupt, meist nur ein paar Wochen. Was wir bei der Untersuchung herausfinden, entscheidet, in welcher Phase Sie starten. Phase eins: beruhigen. Hat das Knie gerade eine schlechte Phase, dick und warm, dann weniger, aber nicht nichts. Radfahren mit wenig Widerstand, Beinstrecken im Sitzen mit leichtem Band. Schmerz bis vier von zehn ist erlaubt, wenn er bis zum nächsten Tag wieder abklingt. Phase zwei: aufbauen. Am Beinstrecker kräftige ich gezielt den Oberschenkel. Neu wird das Knie dadurch nicht. Aber es wird belastbarer und meist weniger empfindlich. Wie genau das wirkt, weiß man nicht ganz. Dass es bei den meisten hilft, schon. Phase drei: belastbar. Die Kniebeuge mit Band, so tief, wie es angenehm ist. Das ist Aufstehen vom Stuhl, nur mit Plan. Danach Treppen, Wandern, Gartenarbeit. Bewegung ist das, wovon der Knorpel lebt. Arthrose hat gute und schlechte Wochen. Sie wechseln die Phase also nach dem Knie, nicht nach dem Kalender, auch mal zurück.

Mehr als Anatomie: Hier sehen Sie den körperlichen Teil. Wie stark etwas weh tut, hängt auch von Schlaf, Stress, Sorgen und Erfahrungen ab und davon, wie es bei der Arbeit und zu Hause läuft. Das macht den Schmerz nicht weniger echt, mehr dazu in „Schmerz ist mehr als Gewebe“. Zur Erklärung

Übungen dazu bei uns

So sehen die Übungen in unserem Trainingsraum aus, mit Martin im Foto und den arbeitenden Muskeln im Modell:

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