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Krankheitsbild · Knie

Schmerz um die Kniescheibe (Patellofemorales Schmerzsyndrom)

Schmerz hinter der Kniescheibe auf der Treppe, in der Hocke, nach langem Sitzen

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Knie4 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Was ist das Kniescheibengelenk?

Sie kennen das: Nach zwei Stunden im Kino oder im Auto tut es vorn im Knie weh, und auf der Treppe nach unten erst recht. Die Kniescheibe habe ich durchsichtig gemacht. Sie gleitet in einer Rinne vorn am Oberschenkelknochen. Ihre Rückseite trägt einen besonders dicken Knorpel. Seitlich führen sie zwei Haltebänder, die Retinacula. Unter ihr liegt ein Fettpolster, der Hoffa-Fettkörper, voller Nervenfasern. Je tiefer Sie unter Last beugen, desto kräftiger drückt die Kniescheibe in ihre Rinne.

Schmerz ohne Schaden

Beim patellofemoralen Schmerzsyndrom tut es hinter oder rund um die Kniescheibe weh. Patellofemoral heißt einfach: zwischen Kniescheibe und Oberschenkel. Gereizt sind vermutlich die Strukturen rundherum: Haltebänder, Fettkörper, der Knochen unter dem Knorpel. Je tiefer Sie unter Last in die Knie gehen, desto fester drückt die Kniescheibe auf ihre Gleitbahn. Darum stören Treppen und Hocke, gerades Gehen meist kaum. Auch langes Sitzen mit gebeugten Knien mögen gereizte Knie oft nicht. Das ist sehr häufig, in Studien hatte etwa jeder Fünfte im Lauf eines Jahres solche Beschwerden, Jugendliche noch öfter. Kaputt ist dabei meist nichts. Das Knie verträgt gerade weniger Druck, als Sie ihm abverlangen. Und von selbst? Leider nicht immer. In einer Langzeitstudie hatte über die Hälfte nach fünf bis acht Jahren noch Beschwerden. Abwarten allein ist also kein guter Plan.

Bei uns: untersuchen, testen, ausschließen

Bei uns frage ich, wann es weh tut: Treppe, Hocke, Knien, langes Sitzen? Und was sich geändert hat: mehr Laufen, mehr Springen, Arbeit in der Hocke? Dann gehen Sie in die Kniebeuge. Tut das gar nicht weh, ist es eher etwas anderes. Ich taste die Ränder der Kniescheibe ab und prüfe, wie kräftig Hüfte und Oberschenkel sind. Einzeln ist jeder Test wenig aussagekräftig, zusammen mit Ihrer Geschichte schon. Ein Röntgenbild oder MRT braucht es meist nicht. Springt die Kniescheibe heraus, schwillt das Knie stark an oder blockiert es, gehört es zum Arzt. Dann passen wir den Plan gemeinsam an: wieder joggen, Fußball, schmerzfrei durch den Kinofilm?

Was hilft

Am besten belegt ist Training für Hüfte und Knie zusammen. So empfiehlt es die internationale Expertenrunde zu diesem Thema. Den inneren Oberschenkelmuskel gezielt allein anzusteuern, wie man früher dachte, gelingt übrigens nicht. Was wir bei der Untersuchung herausfinden, entscheidet, in welcher Phase Sie starten. Phase eins: beruhigen. Weniger von dem, was gerade weh tut, etwa tiefe Hocke und Bergablaufen, aber nicht alles streichen. Beim langen Sitzen das Bein ab und zu strecken. Schuheinlagen helfen manchen für eine Weile. Phase zwei: aufbauen. Die Hüfte zuerst: Kreuzheben mit Band für das Gesäß. Dann die Beinpresse, anfangs nur so tief, wie es angenehm ist. Phase drei: belastbar. An der Kniebeuge-Maschine schwerer und tiefer, dann Treppen, Laufen, Sprünge. Schmerz bis vier von zehn ist erlaubt, wenn er bis zum nächsten Tag abklingt. Je länger der Schmerz schon besteht, desto mehr Geduld braucht es. Wochen bis Monate, nicht Tage.

Springt die Kniescheibe heraus, ist das Knie heiß, rot oder plötzlich stark geschwollen: ärztlich abklären lassen.

Mehr als Anatomie: Hier sehen Sie den körperlichen Teil. Wie stark etwas weh tut, hängt auch von Schlaf, Stress, Sorgen und Erfahrungen ab und davon, wie es bei der Arbeit und zu Hause läuft. Das macht den Schmerz nicht weniger echt, mehr dazu in „Schmerz ist mehr als Gewebe“. Zur Erklärung

Übungen dazu bei uns

So sehen die Übungen in unserem Trainingsraum aus, mit Martin im Foto und den arbeitenden Muskeln im Modell:

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