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Krankheitsbild · Knie

Kreuzbandriss (vorderes Kreuzband)

Knie verdreht, Knacken, Schwellung

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Knie4 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Gesund: das Band in der Mitte des Knies

Ein schneller Haken beim Fußball, ein Knacken im Knie. Viele ahnen in diesem Moment schon, dass etwas Ernstes passiert ist. Schauen wir hinein. Kniescheibe und Oberschenkelknochen habe ich durchsichtig gemacht. In der Mitte kreuzen sich zwei Bänder. Das vordere Kreuzband hält das Schienbein davon ab, nach vorn wegzurutschen. Am meisten zu tun hat es beim Abstoppen und Drehen. Fußball, Handball, Skifahren.

Riss: beim Abstoppen und Drehen

Der klassische Moment: Der Fuß bleibt stehen, der Körper dreht weiter, das Knie knickt nach innen. Dann ein Knacken. Das Band reißt durch. Innerhalb von Stunden schwillt das Knie an. Danach fühlt es sich oft wackelig an, als würde es wegknicken. Und jetzt? Sofort operieren? Nicht unbedingt. Erst schauen wir genau hin.

Bei uns: untersuchen, testen, ausschließen

Bei uns ist Ihre Geschichte schon die halbe Diagnose: Knacken, Knie in wenigen Stunden dick, danach wackelig. Das passt sehr gut zu einem Kreuzbandriss. Dann der wichtigste Test: Ich halte Ober- und Unterschenkel und ziehe das Schienbein sanft nach vorn. Rutscht es weiter als auf der gesunden Seite, ohne festen Anschlag, ist das Band sehr wahrscheinlich gerissen. Dieser Test ist ziemlich zuverlässig. Ich prüfe auch Meniskus und Innenband, die oft mit betroffen sind. Lässt sich das Knie nicht mehr ganz strecken, weil etwas blockiert, oder besteht Verdacht auf einen Bruch, geht es zügig zum Arzt. Dann passen wir den Plan gemeinsam an: Wollen Sie zurück auf den Platz, oder reicht ein stabiles Knie für Alltag und Radfahren? Danach richtet sich auch die Frage nach der Operation.

Was hilft

Ob mit oder ohne Operation: Das Training entscheidet, und es dauert Monate, nicht Wochen. In einer großen Studie kam etwa jeder Zweite nach gutem Training ganz ohne Operation aus, mit ähnlichen Ergebnissen nach fünf Jahren. Was wir bei der Untersuchung herausfinden, entscheidet, in welcher Phase Sie starten. Phase eins: beruhigen. Die Schwellung soll zurückgehen, das Knie wieder ganz gerade werden und der vordere Oberschenkel wieder anspringen. Gehen ist erlaubt, anfangs mit Stützen. Ist das Knie am nächsten Tag dicker, war es zu viel. Phase zwei: aufbauen. An der Beinpresse wird der Oberschenkel vorn wieder kräftig. Der baut nach einer Kreuzbandverletzung schnell ab und braucht oft am längsten. Am Beinbeuger liege ich auf dem Bauch, ziehe die Ferse zum Gesäß und bremse langsam ab. Diese Muskeln helfen dem Knie beim Abstoppen. Und wurde bei der Operation eine Sehne von dort genommen, sind sie oft lange schwächer. Phase drei: belastbar. An der Kniebeuge-Maschine wird es richtig schwer, dazu kommen Sprünge, Landungen und Richtungswechsel. Wann Sport wieder geht, entscheiden Kraft- und Sprungtests, nicht der Kalender allein. Wer nach einer Operation vor neun Monaten zurückkehrt, verletzt sich in Studien deutlich öfter.

Mehr als Anatomie: Hier sehen Sie den körperlichen Teil. Wie stark etwas weh tut, hängt auch von Schlaf, Stress, Sorgen und Erfahrungen ab und davon, wie es bei der Arbeit und zu Hause läuft. Das macht den Schmerz nicht weniger echt, mehr dazu in „Schmerz ist mehr als Gewebe“. Zur Erklärung

Übungen dazu bei uns

So sehen die Übungen in unserem Trainingsraum aus, mit Martin im Foto und den arbeitenden Muskeln im Modell:

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