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Krankheitsbild · Knie

Patellaspitzensyndrom (Springerknie)

Stechen direkt unter der Kniescheibe beim Springen und Treppensteigen

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Knie4 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Was ist die Patellasehne?

Sie kennen das: Beim Volleyball oder Basketball sticht es nach dem Sprung direkt unter der Kniescheibe. Schauen wir uns an, was da arbeitet. Der große Muskel vorn am Oberschenkel heißt Quadrizeps: vier Köpfe, eine gemeinsame Sehne. Darin liegt die Kniescheibe und verlängert seinen Hebel. Von ihrer unteren Spitze zieht ein kurzes, kräftiges Band zum Schienbein: die Patellasehne, anatomisch Kniescheibenband. Beim Landen nach einem Sprung bremst sie mit dem Quadrizeps Ihr ganzes Gewicht ab.

Gereizt an der Kniescheibenspitze

Meist sitzt der Schmerz ganz oben, wo die Sehne an der Kniescheibenspitze ansetzt. Daher der Name Patellaspitzensyndrom. Ursache ist meist viel Springen in kurzer Zeit. Im Spitzenvolleyball hatte fast jeder Zweite diese Beschwerden, im Basketball fast jeder Dritte. Die Sehne wird an der Stelle dicker und empfindlicher, sie verträgt gerade weniger. Entzündet im klassischen Sinn ist sie nicht. Typisch: Am Anfang tut es weh, warm gespielt wird es besser, am nächsten Morgen schlimmer. Am meisten muss die Sehne leisten, wenn Sie aus der Beugung abspringen oder abbremsen. Je tiefer und schneller, desto mehr Zug. Darum meldet sie sich beim Springen, treppab und in der tiefen Hocke. Ruhe allein hilft hier selten. Die Sehne will etwas anderes.

Bei uns: untersuchen, testen, ausschließen

Bei uns frage ich: Wie viel springen Sie, was hat sich in den letzten Wochen geändert? Mehr Training, neuer Hallenboden, ein Turnier? Sehnen beschweren sich meist nach einer Laständerung. Dann drücke ich auf die Kniescheibenspitze und lasse Sie auf einem schrägen Brett einbeinig in die Kniebeuge gehen. Wird der Schmerz mit mehr Last stärker und bleibt genau an dieser Stelle, passt das gut. Leichter Druckschmerz allein ist bei Springern übrigens normal. Ausschließen will ich Schmerz hinter der Kniescheibe, einen gereizten Fettkörper darunter und bei Jugendlichen eine Reizung der Wachstumsfuge. Ultraschall braucht es dafür meist nicht. Dann passen wir den Plan gemeinsam an: Wann ist das nächste Spiel, und wie viel Springen ist bis dahin drin?

Was hilft

Sehnen werden durch Last belastbarer, nicht durch Schonung. In einer Studie halfen langsam gesteigerte, schwere Übungen auf Dauer besser als eine Kortisonspritze, die nur kurz Ruhe brachte. Rechnen Sie in Monaten. Was wir bei der Untersuchung herausfinden, entscheidet, in welcher Phase Sie starten. Phase eins: beruhigen. Springen wird reduziert, nicht gestrichen. Am Beinstrecker halten Sie ein schweres Gewicht etwa eine halbe Minute, mehrmals. Das dämpft bei manchen den Schmerz. Besser als normales Training ist es in Studien aber nicht. Phase zwei: aufbauen. Schwer und langsam, drei Sekunden runter, drei Sekunden hoch, an Kniebeuge-Maschine und Beinpresse. Schmerz ist erlaubt, solange er erträglich bleibt und am nächsten Morgen nicht schlimmer ist. Phase drei: belastbar. Erst schnelle Bewegungen, dann Sprünge, dann wieder volles Training. Ein halbes Jahr und mehr ist normal, gerade wenn es schon lange weh tut.

Plötzlicher Knall und das Bein lässt sich nicht mehr gegen die Schwerkraft strecken: sofort ärztlich abklären lassen.

Mehr als Anatomie: Hier sehen Sie den körperlichen Teil. Wie stark etwas weh tut, hängt auch von Schlaf, Stress, Sorgen und Erfahrungen ab und davon, wie es bei der Arbeit und zu Hause läuft. Das macht den Schmerz nicht weniger echt, mehr dazu in „Schmerz ist mehr als Gewebe“. Zur Erklärung

Übungen dazu bei uns

So sehen die Übungen in unserem Trainingsraum aus, mit Martin im Foto und den arbeitenden Muskeln im Modell:

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