Zum Inhalt springen
PhysioPower LogoPhysioPowerPhysiotherapie Stolberg-Venwegen
Schwungrad im Trainingsraum: langsam und schwer, die Belastung, die Sehnen brauchen

Sehnenbeschwerden

Achillessehne, Kniescheibe, Ellbogen, Hüfte: Das Muster ist fast immer dasselbe, und die Behandlung auch. Belastung, richtig dosiert.

Sehnen2 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Was dahintersteckt

Sehnen tun weh, wenn sie über längere Zeit mehr Belastung bekommen, als sie gewöhnt sind: mehr laufen, mehr springen, mehr heben oder nach einer Pause zu schnell zurück. Eine überlastete Sehne ist meist nicht entzündet, sondern verändert ihre Struktur: dicker, unordentlicher, empfindlicher. Fachleute sprechen von Tendinopathie. Typisch ist Anlaufschmerz morgens, der beim Aufwärmen nachlässt. Ruhe lindert kurz, schwächt die Sehne aber.

Was die Forschung empfiehlt

Für Achilles-, Kniescheiben- und Hüftsehnen ist progressives Krafttraining die am besten belegte Behandlung; beim Tennisellbogen ist der Nutzen kleiner, Belastung bleibt aber der Weg. Es braucht Zeit: zwölf Wochen mindestens, oft sechs Monate. Kortison hilft oft kurz, über Monate schlechter als Training; komplettes Schonen ist der häufigste Fehler.

Eine deutsche Leitlinie gibt es nicht; Grundlage sind Übersichtsarbeiten zu Sehnenbelastungsprogrammen und eine Metaanalyse zu Kortisonspritzen bei Sehnenbeschwerden.

Der Weg über zwölf Wochen

  1. Belastung steuern

    Schmerz bis 4 von 10, am nächsten Morgen nicht schlimmer; ab 5 ein Drittel weniger.

  2. Halten

    Anspannen ohne Bewegung, fünfmal 45 Sekunden. Kann Schmerz dämpfen und ist der Einstieg.

  3. Langsam und schwer

    Drei Sekunden hoch, drei runter, steigender Widerstand: Beinstrecker, Beinpresse, Wadenheben, Schwungrad.

  4. Federn und Springen

    Laufen, Hüpfen, schnelle Bewegungen, schrittweise zurück.

Die 24-Stunden-Regel für Sehnen

Der Morgen danach ist Ihr Messgerät. Ist die Sehne beim ersten Schritt wie gestern oder besser, war die Dosis richtig. Ist sie deutlich steifer: eine Stufe zurück, nicht aufhören.

Aus meiner Praxis

Herr F., Läufer, 42, Achillessehne, dreimal pausiert, dreimal nach zwei Läufen wieder da. Wir haben nicht pausiert, sondern belastet: Wadenheben mit Gewicht, langsam und schwer. Nach zwölf Wochen lief er wieder fünf Kilometer, nach einem halben Jahr zehn, im Jahr darauf seinen ersten Halbmarathon. (Einzelfall, anonymisiert; Verläufe sind individuell.)

Kleine Hilfen

Warm belasten. Fünf Minuten zügig gehen, bevor die Sehne Gewicht bekommt. Warm verträgt sie mehr.

Nicht dehnen, wo es ansetzt. Schmerzt die Sehne am Fersenbein, reizt Dehnen zusätzlich: Wadenheben nur bis zur Ebene, anfangs ein Fersenkeil im Schuh.

Spritzen bei Sehnen

Eine Kortisonspritze dämpft eine Entzündung und verschafft oft Wochen mit weniger Schmerz. An der Belastbarkeit ändert sie nichts, und direkt danach wird nicht schwer belastet. In Sehnennähe hält man sich meist etwa zwei Wochen zurück, weil Kortison Sehnengewebe vorübergehend schwächt. Wie lange, sagt, wer gespritzt hat. Bei Sehnenbeschwerden raten neuere Arbeiten ohnehin eher ab. Die schmerzarme Zeit fühlt sich belastbarer an, als das Gewebe ist: Darin wird aufgebaut, nicht nachgeholt.

Sehnen brauchen genau die Belastung, vor der man sie instinktiv schützen möchte: langsam, schwer, regelmäßig.

Termin vereinbaren

Alle Termine buchen Sie online über Doctolib, rund um die Uhr, freie Termine sehen Sie sofort. Hausbesuche fragen Sie per WhatsApp oder telefonisch an. Am Telefon sind wir während der Behandlung schwer erreichbar, per WhatsApp antworten wir zuverlässig. Mit ärztlicher Verordnung, für alle gesetzlichen Kassen und privat Versicherte.

PhysioPower · Vennstraße 103 · 52224 Stolberg-Venwegen · Parkplätze direkt vor der Tür · Montag bis Donnerstag 7:30 bis 18:30 Uhr, Freitag 7:30 bis 14:30 Uhr