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Krankheitsbild · Knie

Meniskusriss

Schmerz am inneren Kniespalt, Einklemmen

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Knie3 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Gesund: zwei Puffer im Knie

Sie kennen das vielleicht: Aufstehen aus der Hocke, und innen im Knie sticht es. Dann fällt das Wort Meniskus. Was heißt das eigentlich? Von oben ins Knie geschaut: Die zwei grünen Halbmonde sind die Menisken, innen und außen. Sie liegen auf dem Schienbein und verteilen die Last, damit der Oberschenkelknochen nicht nur auf einem Punkt steht. Stoßdämpfer und Unterlegscheibe in einem.

Riss am Hinterhorn

Am häufigsten reißt der Innenmeniskus, und zwar hinten. Bei Jüngeren meist durch Verdrehen beim Sport. Ab vierzig oft ganz unspektakulär, einfach durch die Jahre. Und jetzt der Punkt, den viele nicht kennen: Ab fünfzig findet man solche Risse im MRT sehr oft. Und mehr als die Hälfte der Menschen mit so einem Riss hat gar keine Beschwerden. Muss so ein Riss dann nicht raus? Die Antwort überrascht viele.

Bei uns: untersuchen, testen, ausschließen

Bei uns frage ich zuerst: Gab es einen Dreh-Moment? Klemmt das Knie richtig fest, sodass es sich gar nicht mehr strecken lässt? Oder fühlt es sich nur mal komisch an? Das ist ein großer Unterschied. Dann taste ich den Gelenkspalt ab, beuge und drehe das Knie. Ehrlich gesagt: Kein einzelner Meniskus-Test ist besonders zuverlässig. Druckschmerz am Gelenkspalt haben auch manche ohne Riss. Ein echtes Blockieren gehört zum Arzt, ebenso ein heißes, stark geschwollenes Knie. Und ab etwa fünfzig schaue ich auch, ob eher eine Arthrose dahintersteckt. Dann passen wir den Plan gemeinsam an: Treppen ohne Nachdenken, wieder Fußball, in die Hocke zum Gärtnern? Daran messen wir den Fortschritt.

Was hilft

Wenn das Knie nicht richtig blockiert, beginnt man heute mit Training statt mit der Spiegelung. In großen Studien war Training ähnlich gut. Und die Spiegelung selbst war nicht besser als eine Schein-Operation. Was wir bei der Untersuchung herausfinden, entscheidet, in welcher Phase Sie starten. Phase eins: beruhigen. Gehen und das Knie bewegen ist erlaubt. Tiefe Hocke und Drehen unter Last lassen Sie vorerst weg, nicht für immer. Schmerz bis vier von zehn beim Üben ist in Ordnung, solange das Knie am nächsten Morgen nicht dicker ist. Phase zwei: aufbauen. Am Beinstrecker arbeitet der vordere Oberschenkel ganz allein. Oben kurz halten, langsam zurück. Gerade dieser Muskel baut bei Knieproblemen schnell ab. Phase drei: belastbar. An der Beinpresse drücke ich das Gewicht aus der tiefen Beugung weg, schwerer als vorher. Den Riss macht das nicht ungeschehen. Aber das Knie gewöhnt sich wieder an Last, und Sie trauen ihm wieder Treppen, tiefe Beugung und Drehen zu. Wie schnell das geht, sagt Ihr Knie, nicht der Kalender.

Mehr als Anatomie: Hier sehen Sie den körperlichen Teil. Wie stark etwas weh tut, hängt auch von Schlaf, Stress, Sorgen und Erfahrungen ab und davon, wie es bei der Arbeit und zu Hause läuft. Das macht den Schmerz nicht weniger echt, mehr dazu in „Schmerz ist mehr als Gewebe“. Zur Erklärung

Übungen dazu bei uns

So sehen die Übungen in unserem Trainingsraum aus, mit Martin im Foto und den arbeitenden Muskeln im Modell:

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