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Krankheitsbild · Knie

Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom)

Stechen außen am Knie nach einigen Kilometern Laufen

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Knie4 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Was ist der Tractus iliotibialis?

Sie kennen das: Die ersten Kilometer laufen sich gut, dann sticht es außen am Knie, immer an derselben Stelle. Bergab wird es schlimmer. Schauen wir von außen auf Ihr rechtes Bein. Der lange Streifen ist der Tractus iliotibialis, eine kräftige Sehnenplatte. Er ist ein verstärkter Teil der Hülle um die Oberschenkelmuskeln und zieht vom Becken bis unter das Knie. Oben strahlen zwei Muskeln hinein: der Schenkelbindenspanner und der große Gesäßmuskel. Unterwegs ist der Streifen fest am Oberschenkelknochen verankert. Er ist also kein loses Gummiband, eher ein Spanngurt.

Druck am äußeren Knochenvorsprung

Lange hieß es: Der Streifen reibt über den äußeren Knochenvorsprung am Knie. Genauere Untersuchungen zeigen, dass er sich dort kaum vor und zurück bewegt. Wahrscheinlicher wird bei leicht gebeugtem Knie ein Fettpolster unter ihm zusammengedrückt. Das ist reich an Nerven und Blutgefäßen und meldet sich, wenn es zu oft gedrückt wird. Typisch beim Laufen, besonders bergab, und beim Radfahren. Bei Läufern ist es die häufigste Ursache für Schmerz außen am Knie. Und die Faszienrolle? Dazu gleich mehr.

Bei uns: untersuchen, testen, ausschließen

Bei uns frage ich nach Ihrem Laufen: Wie viele Kilometer, wie viel bergab, was hat sich zuletzt geändert? Meistens ist es mehr, schneller oder hügeliger als vorher. Dann drücke ich außen auf den Knochenvorsprung, etwas über dem Gelenkspalt, während Sie das Knie beugen und strecken. Sticht es bei leichter Beugung genau dort, passt das gut. Die üblichen Tests dafür sind allerdings kaum überprüft. Ausschließen will ich Außenmeniskus, Außenband und Schmerz, der von der Hüfte oder vom Rücken kommt. Ist das Knie geschwollen oder blockiert es, gehört es zum Arzt. Dann passen wir den Plan gemeinsam an: der nächste Halbmarathon, die Feierabendrunde oder die Radtour?

Was hilft

Jetzt die Faszienrolle: Den Tractus können Sie weder dehnen noch weich rollen. Bei kräftigen Dehnungen verlängerte er sich in Messungen um weniger als ein halbes Prozent. Rollen kann sich gut anfühlen, am Streifen selbst ändert es nichts. Was wir bei der Untersuchung herausfinden, entscheidet, in welcher Phase Sie starten. Phase eins: beruhigen. Laufen wird angepasst, nicht gestrichen: kürzer, flacher, weniger bergab, aufhören, bevor es sticht. Beim Radfahren hilft manchen ein etwas höherer Sattel. Phase zwei: aufbauen. Kraft für Hüfte und Bein, Kreuzheben mit Band für das Gesäß, dann die Beinpresse. Ob schwache Hüftmuskeln die Ursache sind, ist nicht sicher. Kräftig macht das Bein aber belastbarer. Phase drei: belastbar. Kniebeuge mit Band, später auf einem Bein, dann Sprünge und Schritt für Schritt zurück zu Umfang und Bergläufen. Eine Kortisonspritze kann in frischen Fällen kurz beruhigen. Eine Operation ist nur selten nötig.

Ist das Knie geschwollen, blockiert es oder kam der Schmerz nach einem Sturz: ärztlich abklären lassen.

Mehr als Anatomie: Hier sehen Sie den körperlichen Teil. Wie stark etwas weh tut, hängt auch von Schlaf, Stress, Sorgen und Erfahrungen ab und davon, wie es bei der Arbeit und zu Hause läuft. Das macht den Schmerz nicht weniger echt, mehr dazu in „Schmerz ist mehr als Gewebe“. Zur Erklärung

Übungen dazu bei uns

So sehen die Übungen in unserem Trainingsraum aus, mit Martin im Foto und den arbeitenden Muskeln im Modell:

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