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Krankheitsbild · Hüfte

Schmerz außen an der Hüfte (Trochanter, gluteale Tendinopathie)

Schmerz außen an der Hüfte beim Liegen auf der Seite und auf der Treppe

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Hüfte4 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Was liegt außen an der Hüfte?

Sie kennen das: Nachts auf der Seite liegen geht nicht mehr, außen an der Hüfte brennt es, auf der Treppe auch. Wir schauen von der Seite auf Ihre rechte Hüfte, die oberen Schichten habe ich durchsichtig gemacht. Der Knochenvorsprung, den Sie außen tasten, ist der große Rollhügel, Fachwort Trochanter major. Daran setzen die Sehnen des mittleren und des kleinen Gesäßmuskels an. Diese Muskeln halten das Becken waagerecht, sobald Sie auf einem Bein stehen, also bei jedem Schritt. Darüber liegen Schleimbeutel, kleine Gleitkissen.

Gereizt: meist die Sehne

Früher hieß das fast immer Schleimbeutelentzündung. Heute weiß man: Meist sind die Sehnen der Gesäßmuskeln überlastet, Fachwort gluteale Tendinopathie. Der Schleimbeutel ist manchmal mitgereizt, aber selten der Hauptgrund. Betroffen sind vor allem Frauen. In einer großen Studie hatte fast jede vierte Frau zwischen fünfzig und achtzig solche Beschwerden. Die Sehnen mögen keinen Druck von der Seite: Liegen auf der schmerzenden Seite, Beine überschlagen, im Stehen in die Hüfte hängen. Dabei wird die Sehne gegen den Knochen gepresst.

Bei uns: untersuchen, testen, ausschließen

Bei uns frage ich, wann es weh tut: nachts in Seitenlage, auf der Treppe, nach langem Sitzen mit überschlagenen Beinen? Dann taste ich den Rollhügel ab. Tut das nicht weh, ist eine Sehnenreizung dort unwahrscheinlich. Danach stehen Sie eine halbe Minute auf dem betroffenen Bein. Kommt dabei der bekannte Schmerz, passt das sehr gut zu den Gesäßsehnen. Ausschließen will ich eine Arthrose im Hüftgelenk, die eher in der Leiste weh tut, und Schmerz, der vom Rücken ausstrahlt. Ein MRT brauche ich dafür meist nicht. Dann passen wir den Plan gemeinsam an: wieder durchschlafen, Treppen ohne Geländer, längere Spaziergänge?

Was hilft

In einer großen australischen Studie half ein Programm aus Erklären und Training nach acht Wochen besser als eine Kortisonspritze oder Abwarten. Nach einem Jahr fühlten sich mit Training mehr Menschen deutlich gebessert als nach der Spritze, beim Schmerz lagen beide gleich auf. Was wir bei der Untersuchung herausfinden, entscheidet, in welcher Phase Sie starten. Phase eins: beruhigen. Weniger Druck auf die Sehne: Kissen zwischen die Knie beim Liegen, Beine nicht überschlagen, gleichmäßig auf beiden Beinen stehen. Dazu Halteübungen, bei denen Sie das Bein sanft zur Seite drücken. Phase zwei: aufbauen. Kniebeuge mit Band und Kreuzheben mit Band für das ganze Gesäß, langsam und schrittweise schwerer. Phase drei: belastbar. Beinpresse, Treppen, bergauf gehen, Tragen im Alltag. Mehr Last auf einem Bein, ohne dass das Becken absackt. Dehnungen mit dem Bein quer vor dem Körper drücken die Sehne eher stärker an den Knochen. Die lassen Sie besser weg.

Nach einem Sturz, bei Fieber oder wenn Sie plötzlich nicht mehr auftreten können: ärztlich abklären lassen.

Mehr als Anatomie: Hier sehen Sie den körperlichen Teil. Wie stark etwas weh tut, hängt auch von Schlaf, Stress, Sorgen und Erfahrungen ab und davon, wie es bei der Arbeit und zu Hause läuft. Das macht den Schmerz nicht weniger echt, mehr dazu in „Schmerz ist mehr als Gewebe“. Zur Erklärung

Übungen dazu bei uns

So sehen die Übungen in unserem Trainingsraum aus, mit Martin im Foto und den arbeitenden Muskeln im Modell:

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