Zum Inhalt springen
PhysioPower LogoPhysioPowerPhysiotherapie Stolberg-Venwegen

Krankheitsbild · Rücken und Nacken

Hexenschuss (akuter Kreuzschmerz)

Plötzlich eingeschossen, jede Bewegung tut weh

Im 3D-Modell ansehen Termin buchen

Rücken und Nacken4 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Was steckt im unteren Rücken?

Sie bücken sich nach einer Socke, und plötzlich schießt es in den Rücken. Keine Bewegung geht mehr, Aufstehen wird zum Projekt. Der Hexenschuss. Was ist da passiert? Die Lendenwirbel habe ich durchsichtig gemacht. Im unteren Rücken sitzen fünf Lendenwirbel, dazwischen die Bandscheiben. Hinten verbindet jeweils ein Paar kleiner Wirbelgelenke die Wirbel miteinander, dazu kommen kräftige Bänder. Darüber liegen Muskeln in mehreren Schichten: tief der Multifidus, ein vielgespaltener Muskel aus kurzen Bündeln, außen die langen Rückenstrecker. Und eine feste Bindegewebsplatte, die Rückenfaszie. Fast alles davon hat Nervenenden und kann weh tun. Genau das macht die Suche nach dem Schuldigen so schwierig.

Der Schuss: viel Schmerz, wenig Schaden

Der Schmerz kommt oft bei einer harmlosen Bewegung, manchmal sogar ohne jeden Anlass. Er sitzt tief im Kreuz, manchmal zieht er ins Gesäß. Die Muskeln spannen sich schützend an wie ein Korsett. Darum fühlt sich der Rücken steif an, und jede Drehung tut weh. Sehen Sie, wie wenig Vorbeugen gerade geht? Das ist Schutz, kein Schaden: Das Nervensystem bremst die Bewegung, bis es wieder Vertrauen hat. Und was ist gereizt? Ein Wirbelgelenk, die Bandscheibe, Muskeln oder Faszie? Ehrlich: Bei den allermeisten lässt sich das nicht sicher sagen. Fachleute nennen das unspezifischen Rückenschmerz. Unspezifisch heißt nicht eingebildet. Es heißt: kein Bruch, kein eingeklemmter Nerv, nichts ist herausgesprungen. So heftig es sich anfühlt, kaputt ist meistens nichts. Woran ich das erkenne, zeige ich Ihnen gleich.

Bei uns: untersuchen, testen, ausschließen

Bei uns frage ich zuerst nach den Warnzeichen. Taubheit im Schritt, Probleme mit Blase oder Darm, ein Bein, das schwächer wird? Fieber, Krebs in der Vorgeschichte, ungewollt abgenommen? Ein Sturz bei Osteoporose oder lange Kortison genommen? Das alles ist selten. In einer großen Studie aus Hausarzt- und Therapiepraxen steckte bei weniger als einem von hundert etwas Ernstes dahinter, meist ein Wirbelbruch. Dann schaue ich, wie Sie sich bewegen, und prüfe Kraft, Gefühl und Reflexe an den Beinen. Ein Röntgen oder MRT ohne Warnzeichen bringt nichts. Es zeigt Verschleiß, den fast jeder hat, und in Studien ging es damit niemandem schneller besser. Dann passen wir den Plan gemeinsam an: Wieder ins Büro, die Kinder hochheben, am Wochenende Fußball?

Was hilft

Die gute Nachricht: Bei den meisten wird es in den ersten sechs Wochen deutlich besser. Allerdings meldet sich der Rücken bei vielen im Lauf eines Jahres wieder. Was wir bei der Untersuchung herausfinden, entscheidet, in welcher Phase Sie starten. Phase eins: beruhigen. In Bewegung bleiben, so gut es geht, Bettruhe macht es nicht besser. Gehen und häufige Positionswechsel helfen, Wärme kann etwas lindern. Paracetamol war in einer großen Studie übrigens nicht besser als Scheintabletten. Phase zwei: aufbauen. Am Rückenstrecker richte ich mich aus der Hüfte gegen das Polster auf, ruhig und mit Last, die langsam steigt. Etwas Schmerz darf sein, solange er am nächsten Tag nicht schlimmer ist. Phase drei: belastbar. Eine Kiste vom Boden heben. Ob mit rundem oder geradem Rücken, ist zweitrangig. Der Rücken ist in der Regel sehr belastbar. Und gegen den nächsten Schuss? Training senkte in Studien das Risiko für eine neue Episode deutlich, Rückengurte und Einlagen nicht. Weiter geht es nach Ihren Beschwerden, nicht nach dem Kalender.

Taubheit im Schritt, Probleme mit Blase oder Darm, ein immer schwächeres Bein, Fieber oder Rückenschmerz nach einem Sturz bei Osteoporose: sofort ärztlich abklären lassen.

Mehr als Anatomie: Hier sehen Sie den körperlichen Teil. Wie stark etwas weh tut, hängt auch von Schlaf, Stress, Sorgen und Erfahrungen ab und davon, wie es bei der Arbeit und zu Hause läuft. Das macht den Schmerz nicht weniger echt, mehr dazu in „Schmerz ist mehr als Gewebe“. Zur Erklärung

Übungen dazu bei uns

So sehen die Übungen in unserem Trainingsraum aus, mit Martin im Foto und den arbeitenden Muskeln im Modell:

Mehr im Wissensartikel

Jetzt im 3D-Modell ansehen

Termin vereinbaren

Praxistermine buchen Sie online über Doctolib, rund um die Uhr, freie Termine sehen Sie sofort. Fragen und Hausbesuche per WhatsApp oder Telefon. Per WhatsApp antworten wir zuverlässig, ans Telefon gehen wir zwischen den Behandlungen. Mit ärztlicher Verordnung, für alle gesetzlichen Kassen und privat Versicherte.

PhysioPower · Vennstraße 103 · 52224 Stolberg-Venwegen · Parkplätze direkt vor der Tür · Mo bis Do 7:30 bis 18:30 Uhr, Fr bis 14:30 Uhr, Sa 8 bis 12 Uhr · Termine nach Vereinbarung