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Krankheitsbild · Fuß

Tibialis-posterior-Sehne: Reizung und erworbener Plattfuß

Schmerz innen am Knöchel, das Fußgewölbe sinkt ein

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Fuß4 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Was ist der hintere Schienbeinmuskel?

Der Knöchel innen ist dick und schmerzt nach längeren Wegen, und der Fuß wirkt flacher als früher. Schauen wir von innen auf Ihren rechten Fuß. Tief in der Wade entspringt der hintere Schienbeinmuskel, Fachwort Tibialis posterior, an Schienbein, Wadenbein und der Faserplatte dazwischen. Seine Sehne zieht hinter dem Innenknöchel um die Kurve zur Fußsohle. Sie setzt vor allem am Kahnbein an, dem Schlussstein des inneren Fußgewölbes. Zusammen mit einem kräftigen Band darunter, dem Pfannenband, hält sie das Gewölbe und kippt die Ferse beim Abstoßen nach innen.

Gereizt, gedehnt, eingesunken

Wird die Sehne überlastet, schwillt sie hinter dem Innenknöchel an und tut beim Gehen weh. Typisch trifft es Frauen über vierzig. In einer englischen Studie hatten etwa drei von hundert Frauen über vierzig solche Beschwerden, fast alle ohne Diagnose. Lässt die Sehne nach, gibt auch das Pfannenband nach. Das Gewölbe sinkt, die Ferse kippt nach außen, der Vorfuß dreht nach außen. Fachleute sprechen heute vom fortschreitend einsinkenden Fuß. Klingt bedrohlich. Früh erkannt, lässt sich aber viel mit Einlagen und Training auffangen.

Bei uns: untersuchen, testen, ausschließen

Bei uns schaue ich zuerst von hinten auf Ihre Füße im Stand. Sieht man auf der betroffenen Seite außen mehr Zehen als auf der anderen, ist der Vorfuß nach außen gedreht. Dann gehen Sie auf einem Bein in den Zehenstand, mehrmals. Gelingt das nicht, kippt die Ferse dabei nicht nach innen oder schmerzt es hinter dem Knöchel, spricht das für die Sehne. Ich taste die Sehne bis zum Kahnbein ab und prüfe, ob sich der Fuß von Hand noch aufrichten lässt. Ein steifer Fuß, ein plötzlicher Riss oder ein rasch flacher werdender Fuß gehören zum Fußchirurgen, oft mit Ultraschall, MRT oder Röntgen im Stand. Dann passen wir den Plan gemeinsam an: längere Spaziergänge, Wandern, den Arbeitstag auf den Beinen?

Was hilft

In frühen Stadien zeigen kleine Studien: Einlagen plus Übungen verringern Schmerz und verbessern das Gehen. Wie viel davon das Training beiträgt, ist noch offen. Mit Kraftübungen schnitten die Teilnehmer aber mindestens so gut ab wie ohne. Was wir bei der Untersuchung herausfinden, entscheidet, in welcher Phase Sie starten. Phase eins: beruhigen. Eine Einlage, die das Gewölbe stützt, und ein stabiler Schuh. Bei starken Beschwerden für einige Wochen eine knöchelhohe Schiene. Lange Wege und unebenes Gelände vorerst dosieren. Phase zwei: aufbauen. Den Fuß gegen ein Band nach innen ziehen und langsam ablassen. Wadenheben an der Beinpresse, die Fersen dabei leicht nach innen gedreht. Phase drei: belastbar. Einbeiniger Zehenstand, Treppen, längere Strecken, Kniebeugen mit Band für das ganze Bein. Bleibt der Fuß trotz Monaten guten Trainings schmerzhaft oder sinkt er weiter ein, ist eine Operation eine echte Option.

Plötzlicher Schmerz mit Knall innen am Knöchel, ein Fuß, der rasch flacher wird, oder Schwellung mit Rötung und Fieber: ärztlich abklären lassen.

Mehr als Anatomie: Hier sehen Sie den körperlichen Teil. Wie stark etwas weh tut, hängt auch von Schlaf, Stress, Sorgen und Erfahrungen ab und davon, wie es bei der Arbeit und zu Hause läuft. Das macht den Schmerz nicht weniger echt, mehr dazu in „Schmerz ist mehr als Gewebe“. Zur Erklärung

Übungen dazu bei uns

So sehen die Übungen in unserem Trainingsraum aus, mit Martin im Foto und den arbeitenden Muskeln im Modell:

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