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Das Rad am Fenster: zwanzig Minuten, fest im Kalender

Dranbleiben

Über diesen Teil wird am wenigsten gesprochen, und er entscheidet am meisten: die Monate nach der letzten Behandlung.

Dranbleiben4 Minuten LesezeitVon Martin Otto, Physiotherapeut

Aus meiner Praxis: zwei Männer, ein Jahr später

Herr T. und Herr G., beide Anfang 50, beide mit Kreuzschmerz, beide nach sechs Wochen deutlich besser. Ein Jahr später kam der eine noch einmal, weil der Rücken sich gemeldet hatte. Der andere kam vorbei, um zu erzählen, dass er mit seiner Tochter wandern war. Der Unterschied lag nicht an der Diagnose. Er lag daran, ob es weiterging.

Herr T. hatte nichts Falsches gemacht: viermal die Woche Studio, nach drei Wochen keinmal. Als der Rücken sich im Herbst meldete, dachte er, die Therapie hätte nicht gehalten. Herr G. machte weniger, dafür immer: zwei Termine im Kalender, zwanzig Minuten, drei Übungen. Als der Rücken im Frühjahr einen schlechten Tag hatte, hat er den Widerstand gesenkt und weitergemacht. (Einzelfälle, anonymisiert.)

Warum die meisten aufhören, und wie Sie es nicht tun

Zu viel vorgenommen. Drei Übungen, zweimal die Woche, zwanzig Minuten. Nicht mehr. Wer klein anfängt, bleibt.

Kein fester Platz. Training braucht einen Termin wie der Zahnarzt: gleicher Tag, gleiche Uhrzeit, im Kalender.

Kein Fortschritt sichtbar. Aufschreiben: Woche 1 neben Woche 12 motiviert mehr als jedes Lob.

Schmerz kam zurück. Das passiert, und es ist kein Grund aufzuhören. Dosis senken, weitermachen, Ampel beachten.

Allein. In einer Gruppe trainieren, mit Partnerin oder Partner, mit festem Termin. Wer erwartet wird, kommt.

Ihre drei Wege

  • Fitnessstudio: Ihr Plan aus der Therapie an den Geräten dort, gesteigert nach der Regel.
  • Zu Hause: das Bandprogramm, ein Stuhl, zwanzig Minuten.
  • Neue Beschwerden: Nicht warten. Verordnung holen und wiederkommen. Angesetzt wird dort, wo Sie stehen.

Rückschläge gehören dazu

Kein Verlauf geht gerade nach oben. Der typische Verlauf sieht aus wie eine Treppe mit Absätzen: Es geht ein Stück nach oben, dann passiert wochenlang nichts, dann geht es wieder ein Stück. Dazwischen liegen Tage, an denen es schlechter ist als zwei Wochen vorher. Das ist kein Zeichen, dass die Behandlung falsch war. Gewebe baut nicht gleichmäßig auf, und der Rest des Lebens redet mit: Job, Infekt, drei Nächte zu wenig Schlaf. Urteilen Sie nicht von gestern auf heute, sondern vom vorletzten Monat auf diesen.

Der Plan für die schlechte Woche

  • Nicht aussetzen, sondern verkleinern: ein Drittel weniger Widerstand.
  • Die sicherste Übung behalten, die schwierigste pausieren.
  • Nach ein paar Tagen wieder aufbauen, nicht sofort dort, wo Sie aufgehört haben.
  • Bleibt es über zwei Wochen deutlich schlechter: Termin machen.

Kein Rückschlag: ein Fall für den Arzt

Kraft oder Gefühl nehmen ab; Schmerz nachts, der in keiner Lage nachlässt; Fieber, Schüttelfrost oder ungewollter Gewichtsverlust; etwas ganz Neues. Dann keine kleinere Dosis, sondern eine Untersuchung.

Vor der Haustür: eine Gehrunde, die mitwächst

Das beste Trainingsgerät der Gegend kostet nichts: Rund um Venwegen führen Wege in den Münsterwald. Der Rundweg dort ist mit knapp zehn Kilometern zu lang zum Anfangen, das macht nichts. Ein Gehprogramm beginnt nicht mit einer Strecke, sondern mit einer Zeit, die zuverlässig geht.

So wächst die Runde mit

  • Feste Zeit statt fester Strecke: zehn Minuten sind ein Anfang.
  • Immer umkehrbar: eine Strecke, kein Rundkurs, solange es unsicher ist.
  • Alle paar Tage ein bis zwei Minuten mehr, nicht mehr auf einmal.
  • Der nächste Morgen entscheidet, ob gesteigert wird.
  • Feste Uhrzeit schlägt guten Vorsatz.

Kleine Hilfen für schlechte Tage

Zehn Minuten gehen. Bei einer Schmerzspitze nicht hinlegen, sondern zügig gehen. Bewegung dämpft Schmerz.

Ein Drittel weniger. Schlecht geschlafen oder Stress? Trainieren, aber ein Drittel leichter. Die Routine bleibt.

Ausatmen. Bei jeder Anstrengung ausatmen, nicht pressen. Das senkt den Druck im Rumpf.

Aufschreiben. Drei Angaben nach jeder Einheit: Widerstand, Wiederholungen, Ampelfarbe. Wer aufschreibt, sieht den Fortschritt.

Von der Matte

Ich verlange von Ihnen etwas, das ich selbst tun musste. 2024 kam für mich die Gelegenheit zurück, Bundesliga zu ringen, und dann ist reihum alles dazwischengekommen: kurz vor der Saison eine schwere Lungenentzündung, wenige Wochen vor dem ersten Kampf der Ausfall meines wichtigsten Trainingspartners, zu Hause zwei kleine Kinder, Praxis und Training im selben Kalender. Nichts davon war optimal. Es ist nie optimal. Das ist der Punkt, an dem die meisten Pläne sterben. Ich bin angetreten, weil ich mir vorher überlegt hatte, was der kleinste Weg ist, der noch zählt: kürzer trainieren statt gar nicht, dosiert statt maximal, und nach jedem Rückschritt dort weitermachen, wo ich stand.

Mein Kalender ist keine Dosierungsempfehlung: Wie schnell jemand nach einer Krankheit wieder belasten darf, entscheidet eine ärztliche Beurteilung. Übertragbar ist etwas anderes: dass die Bedingungen nie ideal sind, dass ein Rückschritt keine Rückkehr auf null ist, und dass der kleinste Weg, der noch zählt, fast immer existiert. Er ist nur unspektakulärer, als man ihn sich vorgenommen hatte.

Nicht die gute Woche entscheidet über das Ergebnis, sondern das, was Sie in der schlechten tun.

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Alle Termine buchen Sie online über Doctolib, rund um die Uhr, freie Termine sehen Sie sofort. Hausbesuche fragen Sie per WhatsApp oder telefonisch an. Am Telefon sind wir während der Behandlung schwer erreichbar, per WhatsApp antworten wir zuverlässig. Mit ärztlicher Verordnung, für alle gesetzlichen Kassen und privat Versicherte.

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